Herzlich willkommen bei Mamastisch – Der fantastische Mamablog.

Es wird serviert eine Portion Leichtigkeit mit einer Brise Satire garniert mit Ironie. Guten Appetit!

Perspektive Wiedereinstieg nach Elternzeit

Seit vergangener Woche ist Knöpfchen das Kind einer erotischen, diplomatischen, distanzierten Führungskraft mit ovalem Gesicht und einem Hang zu blaustichigen Farben. Das ist offiziell bestätigt. Wofür so eine Elternzeit doch alles gut sein kann! Read it, like it or leave it!

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Schokolade

Vom Verlust der Unschuld oder Erstkontakt mit Schokolade

Mir ist kalt. Ich zittere. Meine Muskeln auch. Vor Schmerz. Schrille Schreie dringen an mein Ohr. Langsam trocknet das Blut auf meiner Brust. Ich habe Hunger und Durst. Meine Blase ist kurz vor’m Platzen.  Wie bin ich nur in diese Situation geraten? Was ist passiert? Read it, like it or leave it!

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Fantastische Mamas 1: Muttitalking

Ja, ich bekenne mich der Ambivalenz schuldig! Und ja, meine Leser*innen benötigen dafür eine gut ausgeprägte Ambiguitätstoleranz. Anders sind meine Texte nicht zu rezipieren. Haha. Jetzt habe ich ausreichend Fremdwörter eingebaut, um einen gewissen intellektuellen Anspruch zu genügen und kann endlich zum Kern der Sache kommen: Widersprüchlichkeit. Nein, das ist nicht der Nukleus, aber fast. Wer mich kennt, weiß, dass ich mich über Dinge, proportional zu meiner Wertschätzung aufrege. Das mag zwiespältig klingen, ist es auch, trotzdem nicht unwahr. Beispielsweise sind ratgebende Mamas immer wieder ein beliebtes Gedankenobjekt meines erhitzten Gemütes. Dabei sind sie es, auf die ich mich für meine Elternzeit – abgesehen von meinem Knöpfchen – am meisten freute. Profimamas belächelten zwar meine kindliche Vorfreude auf gemeinsames Marathonstillen in Mutter-Kind-Cafés oder Breirezepte tauschen in der Krabbelgruppe. Weise mit dem Kopf wackelnd tätschelten sie mich und verkündeten: „Warte mal ab!“ Dennoch bündelte ich vor der Geburt meines Kindes Urlaub und Mutterschutz so, dass ich an meinem neuen Wohnort einen Geburtsvorbereitungskurs besuchen konnte. Den wiederum besuchte ich nicht, um mich auf die Geburt vorzubereiten. Da vertraute ich voll und ganz auf meinen wohlgeformten Körper. Hatte ja bisher ganz gut geklappt. Nein, oberstes Ziel der Teilnahme war es, nette Begleiterinnen für die Elternzeit und darüber hinaus zu finden. Natürlich inklusive potenzieller Kumpels für mein Knöpfchen. Sekundäres Ziel (Plus für die Fremdwortliste) war die äußerst zielgerichtete Vermeidung von Ratgeberkäufen. Ja, ich weiß, ratgebende Mütter sind so eine Kategorie für sich. Dennoch sammelte ich sie um mich herum wie die Biene Honig. Das ersparte mir das Lesen widersprüchlicher oder einseitiger pädagogischer Meinungen. Erfahrungswerte aus der Praxis gab es gratis dazu. Was soll ich sagen. Es war das Beste, was ich tun konnte. Nicht nur im Vorbereitungskurs, aber auch da, lernte ich viele, unglaublich spannende Frauen mit ganz eigenwilligen Biografien kennen. Keine einzelne möchte ich missen. Sie haben mein Start in ein Leben mit Kind unglaublich reich und leicht gemacht. Ohne sie, hätte ich – mental gesehen – nicht überlebt. Wenn ich jetzt hier von ihnen berichte, werde ich die einzelnen Frauen jedoch so mit Worten quasi verklausulieren, dass sie sich selbst kaum wiedererkennen können. Reine Rücksicht. Will ja niemanden auf den Still-BH treten. Dazu sind diese Freundschaften zu wertvoll. Seit der Geburt meiner Tochter besuchte ich relativ regelmäßig den Gottesdienst. Dabei machte ich spannende Bekanntschaften mit Muttertieren christlicher Prägung. Letzte Woche lernte ich Ilse und Bilse kennen. Sie könnten auch Gegen und Satz heißen. Wir saßen im Dreieck. Jeweils mit Kind im Schoß. Ilse links, Bilse rechts von mir. Bilses Figur sah man die zwei Schwangerschaften an. Auch der Frisur fiel es schwer, die Mutterschaft zu verheimlichen. Kurz und schütter. Optischer Totalschaden. Hingegen wirkte Ilse dynamisch. Ihr war von Leistungssportlerin bis zur Führungskraft alles zuzutrauen. In trauter Dreisamkeit saßen wir also beisammen, lauschten der aus dem Nachbarsaal übertragenen Predigt und schwallten mit verzerrten Kopfstimmen unsere fast gleich alten Babys zu. Das ist übrigens ein sehr typisches Kommunikationsverhalten von jüngst Elterngewordener. Postparentale Kommunikation sozusagen: Dem Kind werden zusammenhanglos Gesprächsbrocken hingeworfen, die eher an adulte Mitglieder der Gesellschaft adressiert sind, in der Hoffnung darauf, dass der enthaltende Witz oder die dargebotene Eloquenz den eigentlichen Adressat*innen zu einer Fortsetzung des Gesprächs animieren. Dieses Fishing for Talking ist gelegentlich auch bei Tier- insbesondere Hundebesitzer*innen zu beobachten. Nachdem Sender*in und Empfänger*in sich gefunden haben, kann das Kind beruhigt aufatmen und sich weiter dem Spiel in der Krabbelecke widmen.  Nicht, dass es der mütterlichen Stimme nicht gerne lauschte, es ist einfach nur von den in fanatischem Singsang  verpackten seriösen Themen leicht irritiert und überfordert. So also schimpfte die schüttere Bilse ungefragt auf ein weiteres Kirchenmitglied. Diese hatte ihre absichtlich mit Windpocken infizierte Tochter viel zu früh auf die Gemeinde losgelassen und unverantwortlicherweise die gesamte Christenheit in Gefahr gebracht. Ja, meine Lieben, zu muslimischen Terrorist*innen gesellt sich auch noch die Paleomama als Bedrohung für das Abendland. Ich tat Bilse den Gefallen und sprang auf ihr Gesprächsangebot an. Kurzzeitig überlegte ich, ihr die Gründung von PÜGIDA (Patriotische Übermamas gegen die Infizierung des Abendlandes) vorzuschlagen, vergaß das allerdings über die Faszination darüber, wie sie sich und ihrer 1,5 Jahre alten Tochter während ihrer wort- und gestenreichen Tirade ein Stück Kuchen nach dem anderen förmlich reinstopfte. So trug ich nur ein ausdruckkräftiges „Äh“ zu unserer noch jungen Konversation bei. Wahrscheinlich hatte mein Gesicht einen pikierten Ausdruck angenommen. Jedenfalls fühlte sich Bilse nun dazu verpflichtet zu erklären, dass ihre Tochter bisher unglaublich schlecht gegessen habe. Eigentlich stille sie noch voll, da es mit dem Abstillen auch nicht richtig vorwärts gehe. Sie zeigte sich überzeugend überrascht, wie gut ihre Kleine heute aß. Ilse saß völlig ruhig, mit kerzengeradem Rücken daneben, hörte sich alles mit leicht geneigten Kopf an. Ihren Mund umspielte ein dezentes, unaufdringliches Lächeln.  Bei dem Thema Abstillen hakte sie schließlich gekonnt ein. Sie habe auch damit angefangen. Wie auf Kommando hob sie ihre neben ihr stehende Tochter sanft auf den Schoss. Sie war neun Monate alt, genau wie mein Knöpfchen. In aller Ruhe gab sie ihr nun ein Gläschen Reis-Fisch-Brei, ohne dass Flecken im Gesicht oder auf der Kleidung ihrer Tochter zurück blieben. Rechts von mir fragt ein schmatzender Mund, was das für ein Brei sei? Großzügig bot Ilse den Rest des Breis der still geplagten Bilse an. Kaum hatte Ilse das Angebot ausgesprochen, war alles ratzeputz in den kleinen Kindermund verschwunden. Ich glaube, Bilse probierte auch einmal. Ich blinzelte verstört, blickte erst Bilse, dann Ilse an  und sann über die beiden nach. Ilse ist ruhig, klar und sicher im Umgang mit ihrer Tochter. Bei ihr lässt sich behaupten, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei möglich. Seitdem ihre Tochter drei Monate ist, arbeitet sie schon wieder. Der Papa übernimmt die restliche Elternzeit. Dem Kind geschadet hat das nicht. Im Gegenteil. Die gemeinsame Betreuung mit älteren Kindern führte dazu, dass ihre Tochter schon krabbelte und stand und saß bevor mein Knöpfchen überhaupt erst wie ein angeschossener Soldat durch die Gegend robben konnte. Ich bewundere sie. Also Ilse, nicht ihre Tochter. Ehrlich. Hingegen lästert Bilse munter vor sich hin, mampft ungehemmt Kuchen, wirkt inkonsequent, stopft ihre Kinder mit Zucker voll und verlängert ihre zweijährige Elternzeit um weitere zwei Jahre, weil sie sich von ihrem Mann ein drittes Mal schwängern ließ.

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Jobopardy

Ich habe mich ja inzwischen geoutet. Meine Begeisterung über jeden noch so kleinen Entwicklungsschritt meiner Tochter teile ich mit der Welt, auch wenn die Welt sich stirnrunzelnd fragt: Und? Dabei verwende ich auch gerne das Wörtchen schon. Das darf man. Habe ich beschlossen. Und genau das werde ich jetzt tun. Achtung, Angebermama im Anmarsch. Mit der Geburt eines Babys beginnt ja ein bis zum Studiums- oder Ausbildungsende andauerndes Beruferaten: Haut der Nachwuchs auf den Tisch, prophezeit man ihm eine Schlagzeugerkarriere, wird an den (groß-)elterlichen zweiten und dritten Zähnen gespielt, liegt die Immatrikulation für ein Zahnmedizinstudium plötzlich unauffällig zwischen der Post versteckt. Das verändert sich mit der Zeit. Leidvolle Erfahrung. Widmet ein Nachkömmling seine wertvolle Zeit einem geisteswissenschaftlichen Studium, wandelt sich der Imperativ in einen Interrogativ: Und? Was willst du damit machen? Bei unserem Knöpfchen ist das Raten SCHON beendet. Die berufliche Laufbahn meiner Tochter ist festgelegt. Punkt. Trotz zweier Wutknäuel als Eltern verfügt meine Tochter nämlich über ein sehr schätzenswertes Talent, dass konsequenterweise nur einen Beruf zulässt. Beweis: Gegenwärtig in der Lallphase befindlich versuchten ihr Vater und ich sie jeweils davon zu überzeugen Papa bzw. Mama zu sagen. Also standen wir abends zu beiden Seiten des Wickeltischs und bombardierten sie mit entsprechenden Lautfolgen. Papa: „Babababa.“ Ich: „Mamamama“ Papa: „Babababa.“ Ich: „Mamamama“ Mit einem souveränen zahnbefreiten Grinsen blickte unsere Tochter erst mir, dann ihrem Papa tief in die Augen und sagte: „MaPa“ Sie wird Diplomatin. Ist doch offensichtlich.  

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Bedürfnisorientierung

No Baby, No Cry – Von Bedürfnisorientierung und Müttergenerationen

Noch bevor man in den Muttikosmos taucht, wird man mit dem Modewort der zeitgenössischen Mutter konfrontiert: Bedürfnisorientierung. Egal, mit welcher Mutter ich ins Gespräch kam, irgendwann berichtete jede mit stolz geschwellter Stillbrust, dass ihr Kind Bedürfnisse habe und sie diese selbstredend stille. Was machte das mit mir? Read it, like it or leave it.

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Murphy's Law

Little Murphy’s Law

Es gibt klassische Situationen mit Baby. Diese Situationen kennt jede Mutter. Muss sie beispielsweise sehr dringend zu einem wichtigen Termin, darf auf gar keinen Fall zu spät kommen und ist leider aber schon leicht verspätet, hofft dennoch mit einem kleinen Sprint zur Bahn das Zeitdefizit kompensieren zu können, dann hört sie mit Sicherheit just in dem Moment als sie mit Baby auf dem Arm die Tür hinter sich schließt einen lauten Knall. Innerlich betet sie, dass das Kind an Flatulenz leidet, doch schon auf den ersten Riecher wird klar, hierbei handelt es sich um einen Zwischenfall größeren Ausmaßes. Der Termin platzt quasi mit dem Darm des Kindes. Heute hatte ich wieder so einen Babyklassiker. Zum Mittagessen kam alles zusammen. Wir versuchen unser Knöpfchen gerade an Fleisch heranzuführen. Das ist keine leichte Aufgabe für mich. Denn ich bin Vegetarierin. Doch da der Knöpfchenpapa Fleisch auf seinem Speiseplan hat, entschieden wir uns dafür, unserem Kind auch welches anzubieten. Schließlich können wir ihm schlecht etwas vorenthalten, was der Papa isst. Allerdings ist damit auch der Papa der designierte Fisch- und Fleischverantwortliche. Ich weigere mich, es zuzubereiten und zu füttern. Ich bin nunmal außerstande den Zungen- Temperatur – Mess – Test vorzunehmen. Dummerweise war der Papa zum Babymittagessen unauffindbar abhanden gekommen. Etwas, das er noch bereuen würde. Also gab ich mir einen Ruck und bot ihr Kartoffel-Möhre mit Pute an. Was soll ich sagen?  Momentan scheint Knöpfchen diese Leidenschaft noch nicht mit seinem Papa zu teilen. Nach dem ersten Löffelchen schüttelte es sich, nach dem zweiten blieb das Mündlein geschlossen. Da ich von einem sehr hungrigen Kind ausging, griff ich ohne genau darauf zu achten in das Kühlfach nach einer vorgekochten Mahlzeit und erhitzte sie im Schnellmodus in der Mikrowelle während ich das Müttermantra runterrasselte: „Gleich, mein Schatz! Glei-heich.“ Knöpfchen beschwerte sich lautstark im Hintergrund. Manchmal fühlt es sich an als hätte es die Rolle des Chors im antiken Drama inne. Allerdings besteht bei mir noch Unsicherheit, ob Knöpfchen eine tragische oder komische Handlung kommentiert. Kaum war der Brei aufgetaut und umgerührt, hechtete ich schon zu dem sich in der Wiege aufbäumenden Kind. Mit lieblich-säuselnder Kopfstimme bemühte ich mich das erhitzte Gemüt zu besänftigen. Doch als Mylady registrierte, was ich ihr anbot, Blumenkohl-Kartoffelbrei, näherten wir uns allmählich dem retatierenden Moment. Ja, ich erfasse seit heute die Bedeutung des Wortes „schrill“ ganz neu. Schnell überlegte ich mir eine kulinarische Alternative, um die Mauer der Ablehnung zu durchbrechen. Für Reisen habe ich immer eine kleine Ration Gläschen im Haus. Ohne nachzudenken schnappte ich das Erstbeste, öffnete es und schob es samt Deckel in die Mikrowelle. Um das Kind zu beruhigen, spurtete ich zurück ins Wohnzimmer. Bevor ich dort ankam, hörte ich einen mächtigen Rums aus der Küche. Mit einer zackigen Kehrtwende hastete ich zurück. Der Deckel war explodiert. Überall klebte geschmackloser Zucchinibrei. Ich warf einen Blick zurück auf mein Kind, das irgendwie an seinen Schnuller gekommen war und bedächtig vor sich auf den Boden blickte. Mit einem Anflug von Stolz, dachte ich, wie gelassen meine Tochter doch sei. Spätestens hier hätte ich meinen Irrtum bemerken und reagieren sollen. Ich schickte mich an, die Sauerei in der Küche wenigstens notdürftig abzuwischen als ich erneut ein Klappern hörte. Zurück im Wohnzimmer erblickte ich die Ursache: Wie sooft waren die Arme meines Knöpfchens urplötzlich zwanzig Zentimeter länger geworden, hatten die Fleischpampe umgeworfen und rührten nun seelenruhig darin herum. Da stand ich also, Küche und Wohnzimmer bedeckt mit Breispritzern, mein Kind und ich ebenfalls von oben bis unten besudelt mit drei verschiedenen Geschmacksrichtungen. Genau in diesem Moment betrat der Mann die Szenerie und fragte gutgelaunt: „Na, Mädels, wie ist die Stimmung!“ Was soll ich sagen? Da wir keine Kinderriegel mehr hatten, verhalf ich meinem Mann zu einer ganz neuen Vorstellung von den Worten ‚Ventil‘, ‚anblaffen‘ und ‚Scheißfleisch‘.

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