Funflation – 10 Spartipps

Achtung: Artikel kann Spuren von Satire enthalten.

Mamahonk lässt das Tippgeben nicht. Eigentlich habe ich dem Ratschlagen entsagt. Doch ab und an geht die Ratgeberin in mir mit mir durch. Dann passiert es doch. Ich gebe Tipps. Heutiges Thema: Wie spare ich und habe Spaß dabei? Die Honkfamilie hat 10 Spartipps für euch im Alltag erprobt und bewertet.

Read it, like it or leave it!

Krisen, wohin das Auge reicht. Bessergesagt, die Filterblase. Während Schwangerschaft und Stillzeit neige ich ja eher zum Nachrichtenfasten. Hormone und Nachrichten stoßen einander ab. Wenn es nach mir ginge, gäbe es in meiner Filterblase nur meine beiden Töchter – Knopf (6) und Fünkchen (0).

Nun bin ich mit dem Mann gesegnet. Er liebt es ausführlichst und ausgiebigst, tagesaktuelle Geschehnisse auszuwerten. So bin ich selbst darüber informiert, dass ein Iris-T SLM Flugabwehrsystem eine Stadt mit ca. 250.000 Einwohnern schützen kann. Sowas hat die Ukraine bekommen. Von Deutschland. Für derartige Infos muss ich nicht googlen. Dafür habe ich den Mann. Wenngleich ich es bevorzuge, Referate von ihm über rostfarbige Dickkopffalter zu hören.

Der Krieg in der Ukraine, Energiekrise und Inflation gingen auch an mir nicht vorbei. Meine Neigung zum Lamentieren ist jedoch gering bis gar nicht ausgeprägt. Es sei denn es geht um die Kinder oder den Mann.

Lieber beschäftige ich mich mit der Frage: Wie damit umgehen? Meine Antwort auf den Krieg zu finden, fiel mir nicht schwer. Spenden, Demonstrieren, Übersetzen. Es gab viel zu tun. Anders bei der Gas- und Stromknappheit.

Ich versuchte es mit der Querdenker-Strategie. Überaus empört stellte ich fest: Die da oben haben sich das alles nur ausgedacht. Die wollen uns doch bloß verarschen. Glaubt denen nicht! Putin und den Krieg gibt es gar nicht. Alles Verschwörung. Ihr werdet schon sehen – Wenn wir den Gasverbrauch nicht messen, gibt es auch keinen Gasmangel.

Die Überzeugungskraft dieser Strategie sank proportional zum Bedürfnis meiner Vermieterin, kostendeckend zu wirtschaften. Mein Konto trug die Rechnung.

Also doch Krisenmodus. Im Krisenmodus lief der Mann zur Höchstform auf. Müßiggang konnte er nicht leiden. Ich schon. Zumindest manchmal. Nun entdeckte er das Sparen. Ich kannte das schon lange, wurde jedoch bisher dafür gemobbt. Doch nun waren wir uns einig: Wir wollten Putin mal so richtig in den symbolischen Hintern treten.

Corona schaffte es nicht. Der Krieg auch nicht. Und auch die Inflation würde uns unsere Spaßgesellschaft nicht verhunzen. Wir starteten die Funflation! Sparen und Spaß dabei.

Denn wir sind #härteralsputin

Papahonk

10 Mikrohandgriffe zum Sparen von Geld, Energie und Wasser.

1 Stromsparen beim Kochen – starter edition:

Immer die doppelte Menge Essen kochen. Das erspart die Erwärmungsenergie am nächsten Tag. Für mich Scheißtipp. Seitdem aß ich das Doppelte und kochte täglich.

2 Stromsparen beim Kochen – professional edition:

Ich kochte kaskadenartig – verschiedene Lebensmittel nacheinander in demselben Topf auf derselben Kochplatte mit demselben Kochwasser. Zum Beispiel: Erst Brokkoli, dann Kartoffeln und schließlich Eier. Das Energie- und Wasserpensum sank. Mein Zeitbudget auch. Mediumtipp.

3 Stromsparen allgemein:

Licht wird bei uns nicht mehr angeschaltet. Im Prinzip könnten wir die Lampen abmontieren. Zumindest in den Bädern. Die Lichtschalter aktivieren hier gleichzeitig die Entlüfter. Verschwendung! Gut, mein Riechorgan mochte anderer Meinung sein. Doch auch ein Riechorgan musste in Zeiten wie diesen Opfer bringen.

Das permanente Rammeln an Türen, Kanten und Ecken bekam ich irgendwann nicht mehr mit. Es hatte sogar Vorteile: Blauen Flecken lenken vortrefflich von unrasierten Beinen ab. Probiert es aus. Erst als der Mann von mir forderte doch bitte beim Umblättern von Buchseiten das Licht auszuschalten, zog ich den Stecker.

4 Wassersparen beim Kochen:

Mehrfachnutzung von Wasser ist integraler Bestandteil erfolgreichen Sparens. Ich bewahrte Abtropfwasser fortan in einem separaten Gefäß auf.  Abgekochtes Nudel- oder Kartoffelwasser sind hervorragendes Gießwasser. Das Gießen vergaß ich allerdings. Unsere Kräuter gingen ein und wir verwendeten das Wasser für Punkt 5.

5 Wassersparen beim Klospülen – starter edition:

Nacheinander auf das Klo gehen. Dann auf die Wasserspartaste verzichten. Die ist etwas für Anfänger. Profis sammeln stattdessen das Kochwasser in einem Behälter (siehe Punkt 4) und können (dank Punkt 8) das über den Tag gesammelte Wasser zum Spülen nutzen. Achtung: Nur für’s kleine Geschäft geeignet.

6 Wassersparen beim Klospülen – professional edition:

Der berufstätige Mann ging nur noch auf Arbeit pullern. Zugegeben, das stellte am Wochenende eine gewisse Herausforderung dar. Doch die Blase wuchs mit ihren Aufgaben. Als Mama in Elternzeit hatte ich diese Möglichkeit nicht. Doch auch dafür gab es eine Lösung.

Ich nutzte meine sportlichen Ausflüge – ging quasi mit mir selbst Gassi. Als ich jedoch kürzlich spätabends dringend Kacka musste und mir der Mann einen Spaten mit den Worten: „Der Wald ist um die Ecke.“, hinhielt, fragte ich den Mann: „Hast du ein Problem unter der Frisur?“

Außerdem, hin und wieder ist ausführliches Spülen ratsam. Sonst passiert das:

Spartipps

7 Wassersparen beim Duschen:

Seit Monaten duschen wir energiesparend. Nämlich kalt, in einem Fluss oder gar nicht (Waschlappen ist das Zauberwort). Das klingt heroischer als es ist. Die Kinder dürfen übrigens warm duschen. Allerdings entschied sich Knopf (6) für die gar-nicht-duschen-Variante. Was soll ich sagen – seitdem klappt unsere Abendroutine reibungslos.

Achtung: Sollte das Abflussrohr in der Dusche mit Haaren verstopft sein und jemand auf die glorreiche Idee kommen, es mit Backpulver zu reinigen – dann bitte ausschließlich warmes Wasser zum Nachspülen nehmen. Glaubt mir, es ist günstiger als GWS kommen zu lassen. Ich habe es ausprobiert.

8 Geldsparen beim Urlaub:

Das Geld reichte nicht mehr für den Urlaub auf Kreta? Kein Problem. Seit der Inflation fühlte ich mich sogar zuhause wie in Griechenland. Einfach. Beim. Abputzen. Das Klopapier in den Badmülleimer werfen. Doch Achtung: Bei Säuglingen im Haushalt bitte den Müllereimer erhöht positionieren.

9 Geldsparen bei Geschenken:

Weihnachten steht vor der Tür? Damit ein Sack voll Familienmitglieder, mit denen ich mir seit Jahren beabsichtigte, nichts zu schenken und trotzdem traditionell jede:r ein kleines Mitbringsel mitbrachte? In diesem Jahr verschenke ich einfach eine Karte mit meinem Foto drauf. Darunter der Spruch: Die besten Geschenke liegen nicht unter dem Baum, sondern sitzen am Tisch.

Einen ersten Entwurf für Ostern habe ich übrigens auch schon: Die besten Eier sind nicht oval, sondern haben Ecken und Kanten – und dann ein Foto von Familienmitglied xy.

10 Geldsparen bei der Hygiene:

Haareschneiden ist ein ganz besonderes Familienerlebnis. Und es ermöglicht wochenlanges Sparen. Mit den Frisuren ging niemand freiwillig aus dem Haus. Folglich kamen wir nicht in Versuchung, Geld auszugeben.

Zumindest offline. Für das Onlineleben ist der Tipp einen Dreck wert. Mein Tête-à-Tête mit den Neobrokern dieser Welt könnte den Sparzwang in Familie Honk stattdessen verschärft haben. Könnte.

Unser Sparverhalten professionalisierte sich von Woche zu Woche. Doch auch wir kamen an unsere Grenzen

Zur Veranschaulichung ein Beispielgespräch zwischen dem Mann und mir.

Ich: „Duhuuu.“

Der Mann: „Ja?“ Leicht genervt drückte er die Stop-Taste an seinem Tablet.

Er deutete an, dass er keine Lust zu reden hatte, indem er sagte: „Ich habe keine Lust zu reden.“

Gut, ich hatte mit Widerstand gerechnet. Doch auch Jeanne d’Arc hatte Widerstand. Es galt eine Spitzenidee an den Mann zu bringen.

Ich: „Ich habe eine Spitzenidee, wie wir Strom und Wasser sparen können…“ Und ich mehr Zeit zum Bloggen gewinne.

Der Mann: „Erzähl!“. Sein Interesse war geweckt. Sein Finger verharrte über der Play-Taste. Gut. Es ging um den Kampf gegen Putin.

Ich: „Wir könnten doch statt wöchentlich – sagen wir – alle zwei oder drei Wochen sauber machen!?!“ Jetzt war es raus.

Ich stand so [     ] knapp vor einem perfekten Leben.

Der Mann: „…“ , drückte die Play-Taste.

Statt eines perfekten Lebens kassierte ich einen indignierten Blick.

Na gut. Ein Leben ohne Hausarbeit war erstrebenswert. Doch ein Leben mit K-Riegel auch. Und die waren dem Sparfuchs glücklicherweise bisher nicht zum Opfer gefallen.

Kurz darauf traf den Mann auch eine Spitzenidee: „Was hältst du davon, wenn wir nachts den Router ausschalten. Der verbraucht immerhin 7-13 Watt.“

Nun warf ich mit indignierten Blicken um mich: „Komm nicht in Frage!“

Die Hälfte meiner Blogartikel entstand nachts, während ich Fünkchen stillte. Hier ging es um meine geistige Gesundheit.

Das war genug. Jetzt reicht’s. Putin – wir müssen reden. Was sage ich? Wo lagerten doch gleich die interkontinentalen Raketen?

Abschließende Worte

Eines steht fest: Seit der Sabotage von Nord Stream wissen wir, wieviel Gas wir im besten Fall im Winter zur Verfügung haben werden. Es ist begrenzt. Die Pipeline von Norwegen läuft bereits auf Höchstlast. Russland ist dicht. Die LNG-Tanker stauen sich vor Europas Grenzen? Davon sollten wir uns nicht täuschen lassen. Verladung, Umwandlung, Transport und Speicherung sind infrastrukturell begrenzt.

Mehr nennenswerte Gasquellen haben wir nicht. Wir wissen bereits zum jetzigen Zeitpunkt, wieviel Gas wir diesen Winter haben werden. Wir wissen auch, dass diese Gasmenge nicht vollumfänglich reichen wird, um den jetzigen Wohlstand und die jetzige Wirtschaft auf dem jetzigen Niveau zu halten.

Welche Konsequenzen hat das für mein persönliches Handeln:

Die einzige Stellschraube, die ich persönlich habe, ist der Bedarf an Gas. Dieser muss sinken. Laut Bundesnetzagentur um 20%. (Den Sturz der Regierung habe ich zwar erwogen, dabei allerdings festgestellt, dass der Sturz Putins zielführender wäre. Man kommt jedoch nicht durch. Ich habe es probiert. Schon 2001.)

Für unseren Haushalt bedeutet es, den Warmwasser- und Stromverbrauch zu senken. Bei der Fernwärme für Heizung können wir nicht sparen. Denn unsere Heizung war schon immer unsere Jacke. Wir heizen wenig. Für die Kinder. Ansonsten versehentlich. Wenn wir im Winter mal wieder vergessen, dass wir gerade 5 Minuten stoßlüften. Wer kennt’s?

Je mehr wir Strom sparen, desto weniger Gas benötigen wir, um Strom zu erzeugen. Dank des Merit-Order-Modells könnten wir mit einem geringen Stromverbrauch den Strompreis niedrig halten.

Naja, und das wir gleich noch Wasser sparen, mag mit meinen Börsenabenteuer zusammenhängen. Und wir generell nachhaltig sein wollen.

Außerdem

Ich persönlich bin der Meinung, Energie war und ist begrenzt. Es ist unsere verdammte Pflicht, sorgfältig mit ihr umzugehen. Auch ohne Krieg und russische Größenwahnsinnige.

Das Gleiche gilt für Wasser. Das dürften die Dürresommer der letzten Jahre gezeigt haben.

Ich frage mich, ob die permanenten Geldgeschenke unserer Regierung der richtige Weg aus diesem Dilemma sind?

Ich bezahle lieber hohe Gaspreise mit meinem Ersparten. Als mit meinem Leben.

Mamahonk

Wie seht ihr das? Welche Tipps und Gedanken habt ihr? Schreibt gerne in die Kommentare.

Mama wandert mit Baby

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