Beruf & Berufung – 5 Dinge, die ich meinem jüngeren Ich mitgeben würde

Hand aufs Herz: Wer hat nicht schon mal beim Blick in den Rückspiegel seiner Karriere gedacht: „Huch, was war denn da los?“ Zwischen Traumjobs, Kaffeemaschinen und PowerPoint-Katastrophen stolpert man so durchs Berufsleben – und fragt sich irgendwann, ob man nicht doch lieber Ärztin, Psychotherapeutin oder wenigstens Erfinderin des Homeoffice geworden wäre.

Gerade am Anfang, wenn der erste Arbeitsvertrag noch nach frischer Druckerschwärze riecht und man glaubt, die Welt steht einem offen, fehlt oft der Durchblick. Chancen? Verpasst. Fehler? Klar. Mutige Schritte? Eher vorsichtige Trippelschritte.

Mit der entspannten Weisheit, die ein paar Jahre im Job, ein paar graue Haare und zwei Kinder später mit sich bringen, würde ich meinem jüngeren Ich heute ein paar Tipps zustecken. Und weil ich gerne teile (vor allem meine Fehler), gibt’s hier meine Top 5 – garantiert erprobt, manchmal schmerzhaft, aber immer mit einem Augenzwinkern. Read it, like it or leave it!

Im Beruf mehr wollen – und sich mehr zutrauen

Meine Studienwahl? Ein bisschen wie Blind Date: Hauptsache Abenteuer, der Rest wird schon. In einem Moskauer Internetcafé klickte ich mich während meines FSJs durch die Studiengänge. Slawistik? Warum nicht! Geschichte und Soziologie dazu, weil Reden und Diskutieren nie schaden kann. Im ersten Semester dann der große Kurswechsel: Soziologie raus, Auslandsgermanistik rein – in der Hoffnung, irgendwann im Ausland zu landen.

Eine klare Vision? Fehlanzeige. Ich dachte, das Leben regelt das schon – und irgendwie tat es das auch. Trotzdem: Mit etwas mehr Mut und Selbstbewusstsein hätte ich vielleicht noch ein paar Türen mehr aufgestoßen. Also, liebes jüngeres Ich: Trau dich, groß zu denken und nicht immer nur Plan B zu nehmen!

Gezielter informieren

Mein Bruder und ich waren die ersten Akademiker:innen der Familie – und das merkte man. Orientierung? Eher so „Bitte wenden“ als „Sie haben Ihr Ziel erreicht“. Das Studium kam mit viel Freiheit und noch mehr Fragezeichen.

Erst später stolperte ich über Fördermöglichkeiten wie das DAAD-Stipendium – und siehe da, plötzlich war ich Sprachassistentin im Ausland. Hätte ich mich früher informiert, hätte ich mir so manchen Umweg und ein paar graue Haare gespart. Merke: Wer fragt, gewinnt. Und wer googelt, erst recht.

Weniger Feiern, mehr beruflich Netzwerken

Ich gebe es zu: Ich war auf mehr WG-Partys als Karrieremessen. Kontakte knüpfen? Ja, aber meistens an der Bar, nicht am Business-Buffet. Heute weiß ich: Die richtigen Leute zu kennen, bringt oft mehr als die beste Note im Nebenfach. Netzwerken ist kein Schimpfwort, sondern die Eintrittskarte zu spannenden Projekten und neuen Chancen. Und manchmal reicht schon ein ehrliches Gespräch beim Kaffee – ganz ohne Kater am nächsten Tag.

Fordern – von Anfang an

Ich dachte immer, Leistung spricht für sich. Und während ich brav Listen, Abläufe und Digitalisierungen erstellte, haben andere schon mal lautstark nach Gehaltserhöhung oder Fortbildungen gebrüllt. Ich? Wollte lieber durch Taten glänzen. Im Nachhinein: Nett gedacht, aber manchmal muss man auch einfach mal den Mund aufmachen. Wer nicht fragt, bleibt sitzen – und zwar auf dem alten Stuhl mit dem wackeligen Bein.

Eigenen Weg gehen – notfalls ohne Mann

Viele meiner Entscheidungen habe ich für die Beziehung getroffen. Herausgekommen sind zwei wunderbare Töchter – und ein Selbstwertgefühl, das dringend Urlaub brauchte. Mein Traumjob in Dresden? Die Karriere im Ausland? Alles zugunsten der Beziehung geopfert. Heute weiß ich: Ein guter Partner unterstützt, ein schlechter bremst. Und manchmal ist der eigene Weg eben ein Solo-Trip – mit Selfie und Sonnenbrille.

Beruf und Berufung Quelle: M. Ellrich

Fazit

All diese Erfahrungen haben mich geformt – inklusive der Lachfalten und Anekdoten für jede Kaffeepause. Ich hätte mir gewünscht, manche Dinge früher zu erkennen: Netzwerken ist Gold wert, Fordern ist kein Zeichen von Dreistigkeit, sondern von Selbstachtung, und der eigene Weg ist immer der beste, auch wenn er mal durch den Dschungel führt. Also: Trau dich, informiere dich, feiere klug – und geh deinen Weg, egal ob mit oder ohne Begleitung!

Dieser Artikel ist Teil der Blogparade von Cornelia Lichtner „Beruf & Berufung – 5 Dinge, die ich meinem jüngeren Ich mitgeben würde“. Solche Blogparaden sind hervorragende Schreibimpulse. Während des Schreibens wurde mir klar, ich schreibe diesen Artikel tatsächlich für mein „jüngeres Ich“ – nämlich für meine beiden Töchter.

Vielleicht stolpern sie eines Tages über diese Zeilen, schmunzeln über meine Geschichten – und nehmen den einen oder anderen Tipp mit auf ihren eigenen Weg. Denn wenn ich ihnen etwas mitgeben möchte, dann den Mut, groß zu träumen, neugierig zu bleiben und immer an sich selbst zu glauben.

Eure Manja

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