Wenn Stilldemenz und Schlafmangel Händchen halten

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„Sag mal, spinnst du?“, ist definitiv die falsche Antwort, wenn dich der Mann mitternachts mit der Bitte um 100,00 Euro weckt.  Und den Satz „Ich muss den Schlüsseldienst bezahlen.“ anhängt. Es ist die unpassendste Reaktion überhaupt, wenn eben dieser Mann aus der Spätschicht nach Hause kommt, sich völlig durchnässt vom kalten Herbstregen im Keller bereits bis auf den Slip entkleidet hat, dann an der Wohnungstür feststellt, dass die Frau den Schlüssel von innen hat stecken lassen und dank der Ohropax, die tief, sehr tief in ihren Ohren sitzen, friedlich schlummert. Diese Erwiderung ist total unangebracht, wenn das Hämmern, Klopfen, Rufen alle Nachbarn im Haus wecken, die selbstverständlich flugs herbeieilen und  dem Mann, immer noch in Unterhose, eifrig beraten, was zu tun sei; und schließlich nach zwei zerbrochenen EC-Karten, den Schlüsseldienst anrufen. Es ist wohl die unangemessenste Entgegnung, wenn tags zuvor das Ordnungsamt einen Zettel unter den Scheibenwischer des PKWs klemmte, um darauf hinzuweisen, dass der in der Tür des PKW steckende Autoschlüssel im Ordnungsamt abgeholt werden könne. Man möge doch den Personalausweis mitbringen…

Joar, so erging es mir, als Stilldemenz und Schlafmangel aufeinander trafen. Der mütterliche Geist und Körper werden völlig auf die Bedürfnisse des Babys abgestimmt. Da ist im Hirn kein Platz daran zu denken, dass nach dem Verschließen der Auto- oder der Wohnungstür der Schlüssel abgezogen werden müsste. Da wird genau das Gehirn unmittelbar nach dem Hinlegen in einen Tiefschlaf versetzt, der tiefer als der Mariannengraben ist. Ganz nach dem Motto – Schlafzeit halbiert, Schlafintensität verdoppelt.

Allerdings wird es mir immer ein Rätsel bleiben, weshalb meine Tochter den Radau, den mein Mann veranstaltete, ebenfalls verschlief?