Mütter.Macht.Politik. – Eine Buchrezension

#Kooperation mit Magas Verlag

L’Oreal. Ferrero. Apple. Sie alle wollten Mamahonk. Doch bisher lehnte ich alle Kooperationen ab.😉 Denn ich entscheide selbst, mit wem ich kooperiere. Zum Beispiel mit dem Magas Verlag. Die verlegen nämlich das Buch: Mütter.Macht.Politik. von Sarah Zöllner und Aura-Shirin Riedel. In dem Buch geht es um ein Herzensthema von mir. Spoiler: Es geht nicht um Beautyprodukte. Read it, like it or leave it.

Warnhinweis: Willst du leichte Unterhaltung, dann ist dieses Buch mit Vorsicht zu genießen! Es könnte dir die Augen öffnen…

Mütter.Macht.Politik. Ein Aufruf. Ein Aufruf, den Sarah Zöllner und Aura-Shirin Riedel im September 2023 starteten.

Als ich den Buchtitel las, verspürte ich Frust! Wie bitteschön sollte ich – Zweifachmama in Vollzeit berufstätig –  zwischen dem Nichterfüllen der Bedürfnisse

  • meiner Kinder,
  • meines Arbeitgebers,
  • des Mannes,
  • meiner Freund:innen,
  • meiner Angehörigen und
  • meiner selbst

noch Zeit für Politik finden??? Politik, von der jede:r weiß, dass sie heutzutage bestenfalls für einen gepflegten Shitstorm taugte. Schlimmstenfalls kämen sämtliche Werte und Ideale unter partei- und realpolitische Räder. Dafür meine wertvollste mütterliche Ressource – Zeit – opfern?

Genau dieser Frust über den Titel ließ mich aufhorchen. Ist es nicht gerade die Politik, die die Rahmenbedingungen dafür schafft, dass ich als Mama die Wahl „zwischen Altersarmut“ und viel Zeit oder ausreichend Geld und „Burnout“ habe? Als die CDU zusammen mit der AFD in Thüringen durch das Parlament regierte und ein Angehöriger das als Realpolitik einstufte, bat ich den Magas Verlag um ein Rezensionsexemplar. Wer das Frauenbild der AFD kennt, versteht mich.

Quelle: M. Ellrich

Mütter.Macht.Politik. Ein Aufruf. ist ein politisches Sachbuch, das die Stellung der Frau in unserer Gesellschaft behandelt. In insgesamt fünf Kapiteln werden die strukturellen Probleme zu den Themen Gesundheit, Wohnen, Arbeit, soziale Absicherung und gesellschaftliche Werte sichtbar gemacht, denen Mütter im Alltag begegnen. Die Ausführungen der beiden Autorinnen basieren auf Interviews mit Expert:innen, aktuellen Studien sowie Handlungsimpulsen für politische Entscheidungsträger:innen und die Leser:innen. Im Abschlusskapitel entwerfen sie ein modernes Verständnis von Mutterschaft als sozial-ökonomische Ressource.

Zöllners und Riedels Streitschrift markiert den Startpunkt meiner aktiven feministischen Reise. Schon lange war ich es leid, dass mein Mann ETF-Sparpläne für seine Altersvorsorge auflegte, während ich meine Zeit dafür nutzte, darüber zu sinnieren, welches Geburtstagsgeschenk Knopf zum Kindergeburtstag einer Klassenkameradin mitnehmen könnte.

Quelle: M. Ellrich

Das Buch erwies sich als idealer Einstieg in das Thema. Warum? Es benennt sämtliche Missstände des Patriarchats, bringt diffuse Gedanken und Wissen auf den Punkt. Strukturiert, sortiert und zeigt auf. Vieles davon war mir bekannt bzw. kam mir aus meinem eigenen Alltag bekannt vor. Doch mir fehlte das Hintergrundwissen. Dass viele meiner Probleme im Alltag nicht mein eigenes Versagen, sondern ein Resultat des systemimmantenten patriarchalen Denkens sind ahnte ich, durch das Buch erhielt ich eine Vorstellung, wie viel Arbeit tatsächlich noch vor uns liegt. Die Autorinnen versuchen am Ende eines jeden Kapitels Lösungsansätze zu entwerfen. Diese sind und können nur ein Anfang sein. Spoiler: Es hat viel mit Information und Netzwerk zu tun.

Besonders gefällt mir, die Übersicht zahlreicher Frauenverbände, Anlaufstellen und Vereine, die sich für die Stärkung von Mütterinteressen einsetzen. Außerdem ist an das Buch eine Aktions- und Vernetzungsplattform für Mütterinteressen #MütterMachtPolitik gekoppelt. Hier wird einmal monatlich, am Mondayformothers, mit Expert:innen aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft darüber diskutiert, wie Muttersein in unserer Gesellschaft endlich gleichberechtigt möglich wird. Die Gespräche stehen als Podcasts auf allen gängigen Plattformen zur Verfügung.

Insbesonders nachdenklich stimmte mich der präzise herausgearbeitete Gedanke, dass mütterliche Arbeit einen enormen ökonomischen Faktor darstellt, der als kostenlose, endlose Ressource unserer Gesellschaft zur Verfügung steht, ohne dass die Mitglieder der Gesellschaft das zu würdigen wüssten. Ja, Mutterschaft ist keine Freizeit! Im Gegenteil: Sie ist unsichtbares Fundament der Wirtschaft. Doch statt einen Ausgleich zwischen den Geschlechterrollen zu schaffen, ignoriert die hiesige Politik die Bedarfe von Eltern (insbesondere Müttern) bzw. verschärft die Situationen, wie ganz aktuell das neue Elterngeldgesetz beweist.

Quelle: M. Ellrich

Und? Werde ich jetzt Politikerin? Sagen wir es mal so – in den letzten Wochen und Monaten entstand Wut, sehr viel Wut in mir. Ich sehe klarer, handle jedoch noch nicht klarer. Die Inhalte des Buches unterstützten mich, eine Position und eine Haltung zu entwickeln. Es setzte mir die feministische Brille auf.

Seither beschäftige ich mich mit Frauen, die politisch agieren, höre Podcasts, teile Statements. Ich bin bereit zu handeln, ein Netzwerk aufzubauen, die mütterliche Perspektive öffentlich zur vertreten. Ich habe mich einer Bande angeschlossen und versuche, mich gezielt zu vernetzen und zu informieren.

Selbstverständlich löst das nicht mein Grundproblem als Frau und Mutter:

Als ein feministisches Vernetzungstreffen im hiesigen Frauenzentrum stattfand, fuhr ich zu meinem sterbenden Vater ins Krankenhaus. Beim darauffolgenden Vernetzungstreffen saß ich mit Fünkchen Zuhause, um sie gesund zu pflegen. Doch spätestens seit Mütter. Macht. Politik. Ein Aufruf. habe ich eine konkretere Idee davon, wie ich Mutterschaft aktiv in unserer Gesellschaft mitgestalten kann. Und ein enorm starkes Bedürfnis danach.

Dann gehe ich eben zum 3. oder 4. Treffen. Es braucht halt alles etwas mehr Zeit als Mama.

Mütter.Macht.Politik. Ein Aufruf. ist kein Buch für gute Laune oder leichte Unterhaltung. Ich empfehle trotzdem jeder Frau (und jedem Mann) von Herzen, es zu lesen. Und zwar, BEVOR das Leben als Eltern beginnt! Hätte ich das Buch geschrieben, hieß es „Das Buch, von dem du wünschtest, du hättest es vor deiner Ehe/Schwangerschaft gelesen“.

Quelle: M. Ellrich

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