Mamahonks große Monatsrückschau Juni – August 2024 – Mein Sommer zwischen Laufrausch, Finanzzombies und Familienurlaub

Sommerzeit ist Lebezeit. Entsprechend selten saß ich vor dem LapTop. Stattdessen habe ich in den letzten drei Monaten mein Leben neu aufgestellt. Zwischen Laufrausch, Finanzjonglage und Familienabenteuern bleibt kaum Zeit für Langeweile – geschweige denn fürs Bloggen. Während ich spekulative Leichen aus dem Depot vertreibe und beim Joggen gegen die Midlife-Crisis anrenne, versuche ich, die Familie nicht zu kurz kommen zu lassen und dabei noch ein wenig durch den Alltag zu jonglieren. Klar, das erfordert kreative Lösungen und eine Prise Chaos.

Sport und Gesundheit: Über Laufrausch, Stirnlampe und Blutplasma

Es hat mich erwischt – seit Frühjahr 2024 bin ich im Sportfieber, und zwar richtig! Zwei bis dreimal die Woche joggen, zweimal Bauchworkout, und das Sahnehäubchen: Extra Bewegung im Büro, indem ich die entlegenste Toilette aufsuche. 🤣Keine Sorge, ich mache das nicht aus Verzweiflung – na gut, vielleicht ein bisschen – sondern, weil Sport mittlerweile ein unverzichtbarer Teil meines Lebens geworden ist. Besonders das Laufen hat einen festen Platz in meinem Alltag eingenommen. Es ist die Zeit, in der ich mich sortiere, die Gedanken fließen lasse und ein bisschen Trauerarbeit leiste.

Warum Trauer? Mein Vater war Volkssportler, und irgendwie fühlt es sich an, als würde ich sein Erbe weiter tragen. Ein Marathon soll es werden, bevor mich die Midlife-Crisis schachmatt setzt. Das heißt: noch vor 45, denn ich bin jetzt 42. Drei Halbmarathons habe ich schon hinter mir, aber das ist irgendwie unvollständig, als ob man nur den halben Kuchen gegessen hätte. Ich will den ganzen. Ein Marathon muss her! Am liebsten an einem tollen Ort. Vorschläge? Immer her damit! Für Herbst 2025 sind Stadtradeln, Krebs- und Frauenlauf erstmal fest eingeplant.

Aber damit nicht genug! Im Mai habe ich auch meine Ernährung umgestellt. Prinzip: Ich esse so viel, wie ich will – aber abends ohne Kohlenhydrate. Süßigkeiten? Die stehen auf der roten Liste. Als ob das nicht schon genug wäre, habe ich mich auch noch für die COPLANT-Studie gemeldet. Die untersucht den Zusammenhang zwischen Ernährung (vegan, vegetarisch, omnivor) und Krankheiten.

Ein bisschen Genugtuung verspüre ich dabei, denn ich bin seit 31 Jahren Vegetarierin und musste mir damals noch ohne Soja-Würstchen und vegane Burger durch die vielen „Und was isst du dann überhaupt?!“-Gespräche schlagen. Jetzt gibt’s wissenschaftliche Fakten statt Diskussionen.

Die Studie war aber anstrengender als gedacht. Essen tracken ist nichts für mich. Trotzdem: Die Ergebnisse stimmen mich zufrieden, fast alles im Normbereich – bis auf das Fett, das sich hartnäckig hält.

Neben all dem Sport und der Ernährung achte ich auch mehr auf meinen Schlaf. Mit den Kindern gehe ich ins Bett und lese eine halbe Stunde vor dem Einschlafen. Zwar habe ich mir einen Tolino gegönnt, aber meistens hat meine Tochter den in Beschlag. Damit ihr Lesedrang nicht gebremst wird, schnappe ich mir meine Stirnlampe und kuschle mich mit einem Buch unter die Decke. So einfach kann Entspannung sein!

Und dann ist da noch mein persönliches Highlight: die wöchentliche Plasmaspende. Ein Moment für mich, in dem ich einfach nur daliegen und nichts tun muss. Zusätzlich fühle ich mich, als würde ich der Gesellschaft etwas zurückgeben. Meine Blutwerte werden regelmäßig kontrolliert, und die kleine Aufwandsentschädigung geht direkt in den Topf für das Schulgeld meiner Tochter. Sport, Ernährung, Schlaf und das Gefühl, etwas Gutes zu tun – all das macht mich fitter und agiler als je zuvor.

Finanzen und Beruf: Zwischen spekulativen Leichen, Zinssorgen und Neuorientierung

Die letzten Monate habe ich zudem genutzt, um meine Finanzen mal gründlich zu ordnen. Das Depot wurde umgeschichtet – raus mit den spekulativen Leichen, rein mit Langzeitaktien und ETFs. Wer braucht schon nervenaufreibende Börsenkrimis, wenn man auch auf langweilig stabile Gewinne setzen kann? Trotzdem muss ich noch ein paar alte „Finanzzombies“ loswerden, die mir immer noch im Depot rumspuken. Doch keine Sorge, auch die kriege ich noch unter die Erde.

Ach, und dann habe ich beschlossen, bei meinem Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen zu beantragen. Klar, die Beträge sind eher lächerlich, aber hey, Kleinvieh macht auch Mist! Außerdem habe ich ein Tagesgeldkonto angelegt, das für die nächsten 12 Monate sicher verzinst ist. Momentan steht die Zinswelt Kopf, und ich rechne schon mit der bevorstehenden Zinssenkung der FED, die dem Ganzen ein Ende bereiten könnte.

Lieber hätte ich mein Geld in Aktien belassen, aber mein verstorbener Vater hat sein Erbe mit einem Vermächtnis belegt, das mich zwingt, liquide zu bleiben, falls jemand anklopft und sagt: „Her mit der Kohle!“ Also bleibt das festverzinste Tagesgeldkonto erstmal die sicherste Lösung.

Nebenbei spiele ich noch mit dem Gedanken, meine Versicherung, sowie meinen Strom- und Gasanbieter zu wechseln. Ein bisschen Wettbewerb kann nie schaden, und wer weiß, vielleicht springt dabei ein Schnäppchen raus, das meinen Finanzhaushalt entlastet.

Manchmal muss man alles auf den Kopf stellen!

Und dann ist da noch die berufliche Seite: Immer häufiger flackert in meinen Gedanken der Wunsch nach einer beruflichen Neuorientierung auf. Als ich meine aktuelle Stelle antrat, durfte ich das große Ganze neu strukturieren. Gemeinsam mit einer Kollegin habe ich das uns anvertraute Amt auf links gedreht und maßgeblich zur Digitalisierung beigetragen. Jetzt läuft es fast wie geschmiert, die groben Stolpersteine sind beseitigt, und der Alltag ist angenehm vorhersehbar. Aber genau das ist der Haken: Es läuft. Irgendwie langweilig.

Neue Berufschancen scheinen am Horizont auf, die mich wieder herausfordern könnten – so richtig. Das konkurriert allerdings ein bisschen mit meinem epischen Wunsch, mich doch noch selbstständig zu machen. Leider mangelt es momentan an Zeit, um diesen Plänen nachzugehen. Aber wer weiß, vielleicht bringen die kommenden Wochen ja einen unerwarteten Wendepunkt. Ob ich mich dann traue, den Sprung zu wagen?

Familie und Freunde: Erinnerungen, Rituale und ein bisschen Chaos

Mit meinem vollgepackten Alltag ist die größte Herausforderung, dass die Familie – und besonders die Kinder – nicht zu kurz kommt. Umso schöner war unser Urlaub an der Ostsee, wo wir wertvolle Erinnerungen geschaffen haben. Wir radelten mehrmals zum Kap Arkona, genossen warme Strandtage und erkundeten Prora, das mich mit seinem historischen Denkmal besonders faszinierte. Sogar ein Regentag konnte uns nicht aufhalten – da ging’s ab nach Stralsund ins Ozeaneum, wo wir uns sogar mit Oma trafen. Ein gelungener Familientrip, der uns allen gut getan hat.

Damit die Familie im Alltag nicht zu kurz kommt, versuche ich, die Kinder in meine Hobbies einzubinden. Mit meiner Großen gehe ich joggen, mit der Kleinen unternehme ich kurze Radtouren. Und wenn ich abends mal laufen gehe, stelle ich sicher, dass vorher noch Zeit für Schulaufgaben oder Rollenspiele bleibt. Es sind die kleinen Rituale und Routinen, die uns als Familie zusammenhalten. Das klappt mal mehr, mal weniger. Gemeinsame Ausflüge wie das Kickelhahnfest oder Projekte wie der Poolbau im Garten schweißen uns richtig zusammen. Es geht eben nichts über das Gefühl, gemeinsam etwas zu schaffen – auch wenn das Projekt manchmal länger dauert, als geplant.

Der Sommer war bei uns auch traditionell voll mit Geburtstagen. Besonders in Erinnerung geblieben ist der Geburtstag meiner großen Tochter. Den verbrachten wir im Freizeitbad, wo wir Eltern mindestens genauso viel Spaß hatten wie die Horde Meerjungfrauen, die uns begleitete. Die Verpflegung hatten wir selbst mitgebracht – so blieb auch der Geldbeutel entspannt. Meine Mutter hatte ebenfalls Grund zum Jubeln- ähm – Jubilieren. Natürlich haben wir Kinder in letzter Sekunde noch ein unterhaltsames Programm auf die Beine gestellt – typisch, aber irgendwie schaffen wir es jedes Mal.

Leider bleiben bei all dem Trubel das Bloggen und meine Freunde oft auf der Strecke. Mein Fokus liegt momentan mehr auf dem Sport, und meine individuellen Trainingszeiten – abends um 21:30 Uhr oder morgens um 5 Uhr – passen einfach nicht in das soziale Leben meiner Freunde. Die Lösung? Eine kleine Laufcommunity auf Instagram. Jede läuft für sich und teilt die Erfahrungen online. Es macht mir überraschend viel Spaß, aber ich muss aufpassen, dass das Handy nicht zum dauerhaften Begleiter wird. Mein Ziel: Nur auf dem WC und wenn die Kinder schlafen, posten. Leichter gesagt als getan!

Kein Wunder also, dass Bloggen und der Kontakt zu Freundinnen im echten Leben gerade ein wenig hinten anstehen. Auch mein Ziel, Frauen zu stärken, muss momentan warten. Nach drei Anläufen, mich über das Frauenzentrum zu vernetzen, die wegen Zeitmangels und Krankheit scheiterten, setze ich jetzt auf meine Online-Bande, die gerade aus der Sommerpause zurückkommt.

Umso mehr habe ich mich gefreut, kürzlich beim Sommerfest der FSU Jena einige meiner ehemaligen Kommiliton:innen nach 15 Jahren wiederzutreffen. Das anschließende gemeinsame Brunchen war dann das Sahnehäubchen – diese Momente sind Gold wert und erinnern mich daran, wie wichtig Freundschaften und echte Begegnungen sind, selbst wenn der Alltag manchmal chaotisch ist.

Ein Ausblick in den Herbst: Zwischen neuen Erlebnissen und emotionalen Herausforderungen

Der Herbst steht vor der Tür, und ich spüre schon jetzt die besondere Atmosphäre dieser Jahreszeit, die voller Veränderungen und neuer Chancen steckt. In den kommenden Monaten warten zahlreiche spannende Events auf mich – sowohl sportlich als auch sozial. Es wird eine Zeit, in der ich neue Erfahrungen sammle, wertvolle Begegnungen habe und die letzten warmen Sonnenstrahlen genieße.

Auf meinem Plan stehen außerdem viele gute Bücher, die nur darauf warten, gelesen zu werden. Die Herbstferien möchte ich nutzen, um mit meinen Töchtern eine kleine Auszeit zu nehmen. Vielleicht zieht es uns in meine alte Heimat, um gemeinsam Erinnerungen aufzufrischen und neue zu schaffen.

Doch der Herbst bringt nicht nur Schönes mit sich. Eine der größten Herausforderungen wird es sein, das Haus meines verstorbenen Vaters auszuräumen. Diese Aufgabe ist nicht nur organisatorisch anspruchsvoll, sondern auch emotional überwältigend. Ich erinnere mich noch gut an die letzten Momente mit ihm, als ich seine Hand hielt, ihn küsste und ihm sagte, wie sehr ich ihn liebe. Auch wenn ich ihm alles Gute für seine letzte Reise gewünscht habe, fühlt es sich immer noch nicht real an, dass er nicht mehr da ist. Ich ahne, dass das Ausräumen des Hauses der Moment sein könnte, in dem diese Erkenntnis mit voller Wucht auf mich zukommt.

Ich freue mich auf die kommenden Wochen – auf die Abenteuer, die sie bereithalten, und auf die Momente der Stille, in denen ich mich meinen Gefühlen stellen kann. Der Herbst wird in vielerlei Hinsicht eine Zeit der inneren und äußeren Reisen.

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