Mamahonks kleine Monatsrückschau August 2026 – Signalstörung
Der August 2026 war – positiv formuliert – ein Monat voller Wachstumsmöglichkeiten.
Er war geprägt von Sorgen, Angst, Hoffnung und unzähligen Momenten, in denen ich einfach nur versucht habe, den nächsten Schritt zu gehen. Manche Tage fühlten sich endlos an, andere vergingen wie im Nebel. Und doch gab es zwischen Krankenhausbesuchen, Prüfungen und Alltagschaos auch Augenblicke voller Menschlichkeit, Stärke und Dankbarkeit.

Was war los im August 2026?
Aus dem Urlaub zurück, änderte sich alles. Der Schatten im Kopf meiner Mutter ist ein bösartiger Tumor. Innerhalb kürzester Zeit folgten die Operation und der Beginn einer Chemotherapie. Von einem Tag auf den anderen rückte alles in den Hintergrund, was vorher wichtig erschien. Plötzlich zählte nur eines: dass es meiner Mama möglichst gut ging.
Die folgenden zwei Wochen verbrachte ich wie in einem Tunnel. Mein Alltag bestand aus Arbeit, Familie und Fahrten ins Erfurter Klinikum. Ich versuchte, allen Rollen gleichzeitig gerecht zu werden: Tochter, Mutter, Kollegin. Ich funktionierte nur noch. Es gab Tage, an denen ich gar nicht wusste, wie ich alles schaffen sollte. Irgendwie ging es trotzdem.
Gleichzeitig arbeitete ich seit August wieder Vollzeit. Relativ schnell wurde mir klar, dass ich Prioritäten setzen musste. Deshalb sagte ich nahezu alle privaten Termine ab. Dabei hatte ich mir für 2026 eigentlich vorgenommen, Freundschaften aus meiner Vergangenheit zurück in meine Gegenwart zu holen. Doch im August hatte ich dafür keine Kraft. Ich sagte Termine ab, zog mich zurück und konzentrierte mich auf das, was wirklich wichtig war.
Neben all dem standen auch noch die praktischen Prüfungen an der Hochschule an. Gleichzeitig wechselte meine Tochter auf ihre Wunschschule. Ein schöner Schritt, aber eben auch ein neuer Lebensabschnitt voller Aufregung, Stammdatenblätter, organisatorischer Kleinigkeiten und Elternabende.

Bei Letzteren verspürte ich wie immer den spontanen Wunsch, Elternvertreterin zu werden. Verantwortung übernehmen, Netzwerke aufbauen, Dinge gestalten. Zum Glück erinnerte mich mein Kalender rechtzeitig daran, dass ich bei meiner ersten Amtszeit rund 80 Prozent der Sitzungen absagen musste.
Mein Fazit zum August: Ich bin unfassbar dankbar für meine Kur im Juni. Denn ohne hätte ich Vollzeit, Prüfungen, Schulwechsel und die Krebserkrankung nicht managen können.
Worauf bin ich stolz im August 2026?
Rückblickend war der August eine Stresstest für Zeitmanagement, Belastbarkeit und Nervenstärke. Ich habe ihn überlebt. Das allein werte ich bereits als Erfolg.
Was hat mich bewegt im August 2026?
Arbeit ist momentan meine heile Welt. Früher hätte ich diesen Satz wahrscheinlich für einen bedenklichen Warnhinweis gehalten. Im August hingegen fühlte sich die Arbeit oft wie einer der wenigen Bereiche an, in denen die Dinge nachvollziehbar, strukturiert und halbwegs kontrollierbar waren.

Was waren meine Schmerzpunkte im August 2026?
Mit der Diagnose meiner Mutter hatte ich mir eine handfeste Depression eingefangen. Die Kilos auf meinen Hüften gaben sich ein fröhliches High Five und luden die gesamte Verwandtschaft ein. Ich bewegte mich kaum, aß viel und ungesund und schlief schlecht.

Beruflich entwickelte ich meine Kompetenzen in der Disziplin „gedankenverloren aus dem Fenster schauen“ zur Meisterschaft. Gleichzeitig avancierte ich zur Koryphäe der Vergesslichkeit. Termine, Notizen und To-dos schienen sich regelmäßig in Luft aufzulösen.
2026 sollte eigentlich mein Jahr der Resozialisierung werden. Mein Kalender war voller spannender Treffen, Veranstaltungen und Verabredungen. Doch plötzlich waren mir Menschen einfach zu viel. Die einzige Person, die ich wirklich sehen wollte, war meine Mutter. Alles andere fühlte sich anstrengend, bedeutungslos oder schlicht nicht wichtig an.
Welche Erkenntnisse brachte der August 2026?
Seit August 2026 ist es offiziell: Ich bin Verkehrssünderin.
Nach vielen Jahren unauffälliger Teilnahme am Straßenverkehr habe ich es geschafft, innerhalb kürzester Zeit gleich drei Ordnungswidrigkeiten zu sammeln. Mein Portfolio umfasst eine Geschwindigkeitsüberschreitung, einen zu geringen Sicherheitsabstand und Falschparken. Flensburg hat mich dafür sogar mit einem Punkt beehrt.
Wie es dazu kam? Kein Leichtsinn, keine Rücksichtslosigkeit. Letztlich versagten schlicht meine kognitiven Strukturen. Zweimal übersah ich ein Schild, einmal war ich gedanklich woanders. Man könnte also sagen, dass nicht kriminelle Energie, sondern eine Kombination aus geistiger Abwesenheit und optimistischem Vertrauen in die Verkehrsführung ursächlich für mein Fehlverhalten sind.
Meine Erkenntnis des Monats: Das Leben gibt dir manchmal Zeichen. Die StVo auch. Es empfiehlt sich, beide wahrzunehmen.
Was hat mir im August 2026 Freude bereitet?
Ein Highlight waren die Teamtage mit SuP. Das Programm war perfekt auf meine aktuelle Belastbarkeit abgestimmt: Erst essen, dann Ziele definieren und danach Stand-up-Paddeln. Anders formuliert: Erst Kalorien aufnehmen, anschließend professionell wirken und danach Balance halten.
Überraschenderweise funktionierte dieser Plan ausgezeichnet. Für ein paar Stunden fühlte sich das Leben leicht an.

Was habe ich Neues im August 2026 gelernt?
Vermutlich vieles.
Leider kann ich darüber nicht berichten, weil mein Gehirn die Inhalte unmittelbar nach der Speicherung wieder datenschutzkonform gelöscht hat. All die Sorgen und Termine bugsierten die neuen Informationen dorthin, wo sich die guten Vorsätze von Neujahr aufhalten.

Welche Menschen haben mich im August 2026 inspiriert?
Ganz klar: Meine Mama.
Während ich nach ihrer Diagnose gefühlt alle Phasen zwischen Schock, Verzweiflung, Grübeln und emotionalem Zusammenbruch durchlief, nahm sie die Nachricht mit Ruhe auf.
Ich war damit beschäftigt, Horrorszenarien zu googeln und das Leben grundsätzlich infrage zu stellen. Sie hingegen blieb in Kontakt mit Familie und Freunden und versuchte irgendwie, im neuen, alten Alltag zu leben.
Meine Mama hat mich im August nicht durch große Worte inspiriert, sondern durch ihre Haltung. Nicht die Abwesenheit von Angst macht einen Menschen stark, sondern die Entscheidung, trotz der Angst weiterzugehen.
Welche Bücher habe ich gelesen?
Jörg Maurer: Im Schnee wird nur dem Tod nicht kalt
Gina Greifenstein: Sechs Fremde und ein Dackel
Jutta Mehler: Die Kaffeekranzfälle: Mord mit Streuseln
Simon Wasner: Mord mit Talblick
Was steht im September 2026 an?
Der September hat sich meinen Kalender angesehen, dem August den Stinkefinger gezeigt und ihm zugerufen: “Das kann ich besser!”. Hat der August bereits versucht herauszufinden, wieviel ich aushalten kann, macht der September nahtlos dort weiter, wo der August aufgehört hat.
Ich möchte “STOP” schreien, doch aus meinem Mund kommt: “Klar, dass schaffen wir!”. Offenbar gehöre ich zu den Menschen, die das Yerkes-Dodson-Gesetz unbedingt bestätigen wollen.
Die ersten beiden Wochen werden von Prüfungen und dem Bildungskongress Rettungswesen geprägt sein. Viel Verantwortung, viele Begegnungen und hoffentlich auch der ein oder andere Moment, der mich daran erinnert, warum ich meine Arbeit so gerne mache. Zwischendurch arbeite ich eine neue Kollegin ein und versuche dabei, möglichst kompetent, organisiert und souverän zu wirken. Eine Rolle, die ich seit Jahren beherrsche. Nicht.
Dazwischen quetsche ich wie auch die letzten Jahre das Stadtradeln und den Frauenlauf. Ich verkaufe mir selbst das unter dem Stichwort Work-Life-Balance.
Nicht zu vergessen: Die Kennenlernfahrt von Knopf. Da ist mein Mamahonkherz wieder gefragt. Es wird nicht langweilig.
Kurz gesagt: Der September wird eine Mischung aus Sprint, Marathon und Hindernislauf. Mal sehen, ob ich im Oktober noch weiß, wie ich heiße.

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