Kleine Monatsrückschau September 2024 – Impulse für Wachstum und Gemeinschaft
Der September lässt mich sprachlos zurück. Zum ersten Mal hinterfrage ich meine Erwartungen und Ziele im Leben auf ihre Realisierbarkeit. Naja, nicht zum ersten Mal – aber es ist lange her, dass ich es thematisiere. Eigentlich versuche ich auf meinem Blog, mit dem Herausforderungen meines Lebens umzugehen. Ich setze mich hin, sehe mir den täglichen Wahnsinn an und versuche eine humorvolle Distanz zu den Ereignissen einzunehmen. Doch das fällt mir zunehmend schwerer. Innerlich fühle ich mich dem Konzept „Wutbürgerin“ näher als dem Konzept „Bloggerin“.
Woran liegt das? An den sozialen Medien, die mich ständig mit politischen Ungerechtigkeiten konfrontieren? Am gesellschaftlichen Wandel, durch den Rassismus und traditionelle Frauen- und Weltbilder wieder en vogue zu sein scheinen? An der Ohnmacht, dass über 30 % der Bevölkerung in Thüringen aus vermeintlich berechtigten, aber dennoch verheerenden Gründen die AfD wählen? Oder am täglichen Kampf, meinen eigenen Alltag und meine Familie zusammenzuhalten?
Familie und Freunde: Eine Taufe, eine rote Taste und die Wahl in Thüringen
Der September startete eigentlich recht erfreulich. Als Taufpatin hatte ich die Ehre, am ersten großen Tauffest an der Elbe teilzunehmen – wo 50 Täuflinge gleichzeitig von 10 Pfarrer:innen getauft wurden. Ein himmlisches Spektakel.

Bereits am Samstag brach ich mit meinen beiden Töchtern nach Dresden auf. Erstaunlicherweise verlief alles ohne größere Katastrophen – abgesehen von der unerschütterlichen Begeisterung meiner jüngsten Tochter für alles, was blinkt, piept oder auf Knopfdruck Chaos auslöst. So kam es, dass wir das Notrufsystem der Behindertentoilette am Bahnhof Dresden-Neustadt einem kurzen, aber intensiven Praxistest unterzogen.
Während draußen die Dynamo-Dresden-Fans lauthals feierten, schallte der Alarm durch die gesamte Bahnhofshalle. Auf dem Toilettendeckel balancierend, versuchte ich, meiner 2-Jährigen zu erklären, dass der rote Knopf kein Spielzeug sei, und versicherte der Stimme aus der Gegensprechanlage, dass hier lediglich ein aufstrebende Knopf-Aficionada am Werk war.
Am Sonntag, dem großen Tag, verwandelten wir den Garten in ein kleines Paradies. Am Ufer der Elbe versammelten sich schließlich die Familien, schwitzend, aber glücklich, während Kirchenlieder und Lesungen die Luft erfüllten. Der Moment, als die Eltern, Pat:innen und Täuflinge Richtung Fluss marschierten, war tatsächlich magisch.
Als mein Patenkind ins Wasser getaucht wurde, lief mir eine Gänsehaut den Rücken runter – und ich musste mich ernsthaft zusammenreißen, um nicht in Tränen auszubrechen. Schließlich hatte ich die ehrenvolle Aufgabe, den Taufspruch vorzutragen, also nahm ich all meinen Mut zusammen, schluckte den Kloß im Hals runter und meisterte den Moment.


Gleichzeitig war auch Wahlsonntag in Thüringen und Sachsen. Ich weiß nicht, ob die Gastgeberin ein Handyverbot verhängt hatte, aber ab 18 Uhr checkten alle heimlich die Wahlergebnisse – wie bei einem spannenden Fußballspiel. Die Resultate sorgten bei mir allerdings eher für Magenschmerzen als für Siegesjubel. Natürlich hat das die Stimmung auf dem Tauffest nicht getrübt, aber am nächsten Tag sah die Welt für mich schon düsterer aus. Ich verstehe die Unzufriedenheit der Menschen, keine Frage. Krisen überall, und das Gefühl von Sicherheit und Wohlstand schmilzt dahin wie die Gletscher. Aber trotzdem…
Beruf und Finanzen: Mehr Fortbildung, mehr Fokus, mehr Feminismus
Die Wahlergebnisse gaben mir den nötigen Tritt, mich vor Ort stärker zu vernetzen. 1. Ich brauche mehr Menschen um mich, die ähnlich ticken wie ich. 2. Ein immer gültiger Reisepass schadet nicht. Eine erste Vernetzungsmöglichkeit ergab sich schnell: ein feministisch-politisches Frühstück. Das Ergebnis? Erste zarte Bande zu den Omas gegen Rechts und der Verdi-Gewerkschaft. Bleibt dran, ich werde berichten, wie es weitergeht!
Der September fühlte sich im Vergleich zum Sommer überraschend fade an. Während ich in den Sommermonaten noch voller Freude meine sportlichen Aktivitäten auf Instagram teilte, hat sich das mittlerweile abgenutzt. Doch eine Überzeugung bleibt für mich unverrückbar: Sport, Bewegung und Mobilität sind essenziell für die Stärkung von uns Frauen. Sich selbst zu spüren, mental an Herausforderungen zu wachsen und die Gemeinschaft zu erleben – all das bringt uns voran. Aber: Das ist nur die Basis. Es braucht so viel mehr!
Die ernüchternde Wahrheit, die mir im September wieder klar wurde: Geld ist der Schlüssel zu so vielen Dingen. Der Volksmund mag anderes behaupten, aber ohne finanzielle Unabhängigkeit ist vieles nicht möglich. Darum arbeite ich beständig an der Vermehrung meines Vermögens. Gelingt mal mehr, mal weniger.
Besonders erstaunt bin ich immer wieder über die Reaktionen meiner Sportsfreundinnen, wenn ich erzähle, dass ich beim Training am liebsten Finanzpodcasts höre. Statt eines neugierigen „Welchen Podcast hörst du?“, ernte ich oft nur verständnislose Blicke. Es kommt nie die Frage, ob ich Markus Koch oder Madame Moneypenny bevorzuge. Warum interessieren sich so wenige Frauen für Themen wie Finanzen, Wirtschaft und Politik? Oder liegt es an mir, dass ich einfach nicht in der Lage bin, mit anderen Frauen darüber ins Gespräch zu kommen?
Dabei treibt mich dieses Thema derzeit besonders an:
- Das Erbe meines verstorbenen Vaters: Das Erbe meines Vaters ist an ein Vermächtnis geknüpft. Aktuell bedeutet das, dass ich das Geld, welches eigentlich für die Bildung meiner Töchter vorgesehen war, in den Erhalt des Familienbesitzes stecke. Wie wir das Haus langfristig nutzen werden, ist noch unklar. Momentan verursacht es hauptsächlich Kosten. Um dieses Vermächtnis zu erfüllen, habe ich erneut einen Teil meines Aktienvermögens auf ein verzinstes Tagesgeldkonto umgeschichtet. So erhalte ich zwar eine sichere Rendite, bleibe aber flexibel, falls ich auf das Geld zugreifen muss, ohne Aktien verkaufen zu müssen, wenn die Kurse gerade im Keller sind. Da die FED im September die Zinsen recht großzügig senkte, war das ein günstiger Zeitpunkt, zu verkaufen.
- Bildungsbudget: Dieser Schritt hat jedoch ein Loch in meine Finanzplanung gerissen. Mein Ziel war es, 70.000 Euro für die Bildung meiner Töchter anzusparen – gute Bildung kostet. Auch wenn ich das Geld nicht sofort brauche, war es beruhigend, dieses Ziel fast erreicht zu haben. Ich nutzte auch hier die kleine September-Rallye zum Umschichten von Einzelaktien in ETFs. Sie sind weniger risikoreich – weniger Gewinn, aber auch weniger Verlust.
- Sparpläne der Kinder: Leider kann ich die Sparpläne meiner Töchter nicht nutzen, um die entstandene Finanzlücke zu schließen. Diese Gelder sind für sie bestimmt und können erst abgerufen werden, wenn sie 18 Jahre alt sind. Bis dahin können wir als Eltern nur weiter einzahlen, aber nicht abheben.
- Wohnsituation und Reisen: Wir leben in einer sehr kleinen, dafür günstigen Wohnung. Die niedrige Miete war mir immer wichtig, weil ich den Überschuss in Reisen investieren wollte – ein Hobby, auf das ich nicht verzichten wollte. Doch auch hier haben wir Sparmaßnahmen getroffen. Anstatt exotische Fernreisen zu unternehmen, fahren wir zum zweiten Mal in denselben Bungalow an der Ostsee wie im Juli. Kein Internet, kein Luxus – aber günstig.
- Wohnstress und Umbaumaßnahmen: Die räumliche Enge in unserer Wohnung führt zunehmend zu sozialen Spannungen in der Familie. Daher haben mein Mann und ich beschlossen, im nächsten Jahr unsere Schlafzimmer zu Kinderzimmern umzubauen. Das wird sowohl finanziell als auch innenarchitektonisch eine Herausforderung. Zur Vorbereitung verkaufe ich viele Babyartikel von meiner Jüngsten auf Kleinanzeigen. Der finanzielle Gewinn ist überschaubar, aber es bringt Platz und ein paar Euro für die Urlaubskasse (immerhin 128 Euro im September).
- Plasmaspenden als Einkommensquelle: Ein weiterer kleiner Finanzboost kommt durch regelmäßiges Plasmaspenden. Ich liebe es! Es ist eine Stunde in der Woche, in der ich einfach nur daliege, nützlich bin und gleichzeitig Podcasts höre oder lese. Das Geld verwende ich für Ausflüge mit den Kindern oder spende es an Organisationen, die sich für Frauen- und Kinderrechte einsetzen. Nebenbei bekomme ich regelmäßig meine Gesundheitsparameter gecheckt – ein positiver Nebeneffekt. Finanzoutput: 140 Euro im September.
Zusätzlich habe ich im September wieder in mein eigenes Wissen investiert. Themen wie Gehirnjogging, Bildung, KI und Feminismus haben mich beschäftigt. Ich habe eine Fortbildung zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz im wissenschaftlichen Kontext besucht. KI erleichtert mir sowohl beruflich als auch privat vieles – sei es beim Übersetzen, Analysieren oder beim Verfassen von Mails.

Auch an einer Elterncoaching in der Grundschule meiner Tochter habe ich teilgenommen. Dort ging es um die Konzentrationsfähigkeit von Kindern. Besonders hängen geblieben sind diese Punkte:
- Kinder in Knopfs Alter können sich maximal 20 Minuten (Alter multipliziert mit zwei) konzentrieren, dann kommt das „Konzentrationsmonster“.
- Anschließend sind kurze Pausen mit Musik und Bewegung hilfreich, aber ohne Handy.
- „Limbi“ (das limbische System) braucht gute Laune, um Wissen zu verinnerlichen.
Dank Gedächtnistechniken wie der Körperliste und der Loci-Liste beherrsche ich nunmehr die 10 größten Länder der Erde und kann die 12 Bundespräsidenten der BRD aufzählen. Vorher wusste ich nicht mal, wie viele es bisher gab.
Sport und Gesundheit: Bouldern, Bewegung und Begegnungen
Der September war sportlich gesehen ein Monat der Kontraste. Einerseits war ich stolz auf meine Fortschritte, andererseits gab es auch einige Rückschläge.
Mein regelmäßiges Plasmaspenden hat leider einen kleinen Konflikt mit meinem sportlichen Ehrgeiz ausgelöst. Vor und nach der Spende muss das Training pausieren, und mein Plan, die Spendetage mit Regenerationstagen zu kombinieren, klappt noch nicht so, wie ich es mir vorstelle. Dennoch zeigte sich beim Frauenlauf, dass sich die letzten Trainingsmonate gelohnt haben – ich habe meine 5-km-Zeit um ganze 7 Minuten verbessert! Das freut mich.

Doch nach dem Lauf brach mein Training ein. Vielleicht lag es auch an den extremen Wetterumschwüngen – von 36 Grad auf plötzlich 16 Grad. Das hat nicht nur meinen Körper, sondern vor allem meine mentale Verfassung ziemlich durchgeschüttelt.
Auch beim Stadtradeln, das ich selbst bei der Arbeit initiiert hatte, konnte ich leider nur wenig beitragen. Zeit und Energie für zusätzliche Radtouren fehlten einfach. Insgesamt sammelte ich dieses Jahr nur 130 Kilometer.

Ein sportliches Highlight beschert mir noch die Kindergeburtstagseinladung meiner Tochter zum Bouldern. Da ich die Mama sehr gute kannte, durfte ich mit und bin zum ersten Mal in meinem Leben in Jeans und ohne Seil geklettert.

Ein weiteres Highlight war der Wandertag der Ernst-Abbe-Hochschule. Wandern mag vielleicht nicht für jeden das sportliche Abenteuer sein, aber für mich ist es eine wunderbare Gelegenheit, Menschen kennenzulernen. Gleich zu Beginn kam ich mit einer Kollegin ins Gespräch, die ebenfalls an der KI-Fortbildung teilgenommen hatte. Ihre spannende und weiblich geprägte Biografie faszinierte mich sofort. Wir entdeckten viele Gemeinsamkeiten und ich freue mich darauf, sie in Zukunft noch besser kennenzulernen – vielleicht bei einem gemeinsamen Mittagessen auf der Arbeit.

Ausblick in den Oktober
Der Oktober bringt kleine und große Herausforderungen. Während der Wind draußen kälter wird, plane ich mit einem Mix aus Sauna und Sport meinen Kreislauf fit zuhalten. Und beim Krebslauf der Thüringer Krebsgesellschaft werde ich zum dritten Mal, diesmal wieder mit meiner Tochter, zeigen, dass uns nichts so schnell aufhält.
Neben dem sportlichen Einsatz kommt aber auch die Familienzeit nicht zu kurz: In den Herbstferien geht’s auf eine kleine Roadtour! Erst schnappe ich mir meine Töchter und düse zum Rennsteig, um bei meiner Mutter durchzuatmen. Danach werden enge Freundinnen besucht, alte Bekanntschaften in Thüringens Landeshauptstadt gepflegt und als Highlight gibt’s noch die Geburtstagsfeier meines Bruders.
Und dann wäre da noch der Blick auf die Finanzen. Die Etatplanung für nächstes Jahr steht an, und nicht zu vergessen, die Auszahlung des Vermächtnisses. Mal sehen, ob ich danach im Plus oder Pleite bin – die Spannung steigt!
Und beruflich? Da geht’s ebenso rund! Die Vorlesungszeit startet wieder, und das bedeutet: Erstis begrüßen und ihnen eine kleine Orientierungshilfe geben, damit sie sich im Hochschul-Dschungel zurechtfinden. Zudem wird unser Fachbereich 10 Jahre alt – ein Grund zum Feiern! Jetzt bleibt nur noch die Frage: Finde ich einen Babysitter für meine Töchter, damit ich beim Fest ohne Zwischenrufe wie „Mama, mir ist langweilig“ dabei sein kann? Bleibt spannend!
Der Oktober verspricht jedenfalls, abwechslungsreich und energiegeladen zu werden – sowohl auf privater als auch beruflicher Ebene!

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