Mamahonks neueste Rabenteuer – 1. Vollzeit arbeiten als Zweifachmama – Alltag & Organisation 

Nach 2,5 Jahren Vollzeit arbeiten, kam ich endlich dazu ein Resümee dieses Lebensentwurfs zu ziehen. Das habe ich Merz’ Forderung, den Rechtsanspruch auf Teilzeit deutlich einzuschränken – insbesondere die sogenannte „Lifestyle‑Teilzeit“ abzuschaffen – zu verdanken. 

Ziel sei es, Menschen, die angeblich problemlos Vollzeit arbeiten könnten, wieder stärker in Vollzeit zu bringen, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. 

Als jemand, der Vollzeit arbeitet und zwei kleine Kinder hat, seit drei Jahren nur im Überlebensmodus agiert, hielt ich den Moment geeignet, zu reflektieren. Zwei Gedanken schossen mir bei Merz‘ Worten durch den Kopf:  

1. Es gibt Menschen, die wissen erst, was sie denken, wenn sie den Mund aufmachen. Friedrich Merz zählte dazu.  

2. Politische Beratung umfasst offenbar keine Intelligenz. Anders lassen sich die Belém-Äußerungen, die Stadtbild-Äußerung und diese hirnbefreite Behauptung von Lifestyle-Freizeit nicht erklären. Ach, überhaupt alle Aussagen. Fragwürdig daherreden –  das kann er. Das muss man ihm lassen.

Ich erwog eine Mail an friedrich.merz@bundestag.de zu senden, um ihn zu fragen, ob er als Kind auch schon so bescheuert war. Stattdessen beschloss ich, meine eigenen 2,5 Jahre Vollzeit einmal gründlich unter die Lupe zu nehmen.

Sind Vollzeitarbeit und Familie vereinbar? Wie wirkt sich das auf die verschiedenen Lebensbereiche aus? Und vor allem: Wer oder was bleibt am Ende eigentlich übrig? 

Dazu habe ich Eindrücke aus sechs Bereichen gesammelt: 1 Alltag & Organisation, 2 Emotionale Seite, 3 Kinder & Bedürfnisse, 4 Arbeit & Karriere, 5 Partnerschaft & Netzwerk, 6 Selbstfürsorge & Identität.

Die Artikel werden sicher immer wieder aktualisiert — so wie mein Nervenkostüm. Ich freue mich, wenn ihr eure Eindrücke in den Kommentaren hinterlasst oder mir anderweitig zukommen lasst. Read it, like it or leave it. 

Wie habe ich unseren Alltag strukturiert, damit alles irgendwie funktioniert?   

Es gibt Menschen, die behaupten, sie seien „viel beschäftigt“. Ich lächelte dann milde, so wie man lächelt, wenn ein Kleinkind stolz verkündet, es habe „ganz alleine“ die Schuhe angezogen.

Denn Fakt ist: Ich war 24/7 „on“. Jede Minute war doppelt verplant, jede Sekunde wurde recycelt, und manchmal war ich selbst überrascht, wie gut wir diesen Zirkus eigentlich jonglieren. Es gibt Tage, da war ich unfassbar stolz auf unsere Organisation. Und dann gab es die anderen Tage — die, an denen ich mich fragte, ob wir überhaupt noch eine Struktur haben oder ob wir nur noch improvisieren wie eine Jazzband auf Koffein. 

Routinen, die mich vor dem Untergang bewahrt haben 

Kinder fesseln und wegsperren. Verschafft Freiräume.

Nein, ernsthaft: Achtsamkeit, Priorisierung, Selbstfürsorge sind Mamas little helper. *Prust* Ja, vielleicht in einem Lifestyle‑Blog, aber nicht in der Realität. Ich habe irgendwann aufgehört, mich mit fancy Apps, Bullet Journals oder „Life‑Hacks“ zu belügen. Stattdessen habe ich Thementage eingeführt. 

Die echten Überlebensstrategien: 

  1. Thementage

Klingt nach Kindergarten, funktioniert aber besser als jede App und meint nichts anderes als das einzelne Wochentage für bestimmte Routinen reserviert waren. Daran wird sich strikt gehalten. Auf diese Weise kam es selten zu Kollisionen und ich erlaubte mir, Dienstag NICHT an Einkaufen oder Putzen zu denken.

Montag: Irgendetwas mit Kindern (Ärztin, Freundinnen)

Dienstag: Finanzen

Mittwoch: Irgendetwas mit Kindern (Ärztin, Freundinnen)

Donnerstag: Einkaufen

Freitag: Plasmaspenden (Me-Time)

Samstag: Wohnung putzen & Wäsche

Sonntag: Nervenzusammenbruch

2. Verfetten

Meal Prep ist nicht etwa ein Trend, sondern ein verzweifelter Schrei nach Struktur. Wenn ich koche, dann für mehrere Mahlzeiten. Einziger Nachteil: Ist mehr da, esse ich mehr. 

3. Leute ausnutzen

Ja, richtig gelesen. Oma, Opa, Nachbarinnen, Paketboten — wer zufällig vorbeiläuft, wird eingespannt. „Kannst du kurz…?“ ist mein häufigster Satz. 

4. Sich selbst vernachlässigen

Funktioniert erstaunlich gut, ist aber langfristig nicht zu empfehlen. Aber hey, irgendwas muss ja hinten runterfallen — und es sind selten die Kinder. 

Gab es bestimmte Zeiten am Tag, die besonders herausfordernd waren?   

Morgens alle rechtzeitig aus dem Haus bekommen 

Das ist keine Routine. Das ist Hochleistungssport. 

Man könnte meinen, wir wären ein Formel‑1‑Team in der Boxengasse: Anziehen, Brotdosen, Zähneputzen, Schuhe suchen, Jacken anziehen, Schuhe wieder ausziehen, weil falsch, Schuhe wieder anziehen, weil doch richtig, Diskussionen über Wetter, Socken, Existenz. 

Abends: Wenn alle leer sind – außer der To‑do‑Liste 

Abends sind wir alle leer wie die Snackschublade nach einem Kindergeburtstag. Die Abende sind der absolute Endgegner: 

  • Fünkchen will spielen. 
  • Knopf will Hausaufgaben machen. 
  • Papahonk will auf die Couch. 
  • Mamahonk – ich will auch auf die Couch, weiß aber, dass ich gleichzeitig Abendessen, Frühstück und Mittagessen für den nächsten Tag vorbereiten muss.

Was hat mir geholfen, abends runterzukommen, wenn der Tag voll war? 

Lesen. Bücher sind meine Fluchttür in andere Welten — Welten, in denen niemand „MAMA!“ brüllt, während ich versuche, einen Satz zu Ende zu denken. 

In besonders schwachen Momenten rutschte ich in die sozialen Medien ab. Ein fataler Fehler. Dort sind alle reicher, gesünder, schöner, smarter, gelassener, humorvoller… Kurz: Dort leben Menschen, die offensichtlich keine Kinder haben. Oder sehr gute Photoshop‑Skills.

Eure Mamahonk

P.S.: Wie sieht euer persönlicher Überlebensmodus im Familienalltag aus – und welche Routinen retten euch wirklich, nicht nur theoretisch? Schreibt es gerne in die Kommentare. Ich bin gespannt.

Du möchtest keinen Mamastisch-Beitrag verpassen? Dann abonniere meinen Blog und erhalte regelmäßig Neues aus dem Leben von Mamahonk.

Anregungen, Kritik? Gerne per Mail. Folge mir gerne auch auf Instagram oder Facebook, um über die neuesten Einträge informiert zu werden. Und ganz wichtig: Weitersagen & Empfehlen – danke Dir😀