Mamahonks großer Jahresrückrückblick 2025
Es ist 2026 geworden, ohne dass ich dies richtig gemerkt habe. Wie jedes Jahr. Als Weihnachten plötzlich nahte, beschlich mich ein leises Gefühl von Besinnlichkeit, dass sich auf dem Weg zu Silvester (Ja, verdammt nochmal – mit i) zu einem ordinären Jahresrückblick 2025 ausweitete. Diesmal pünktlich zum Jahresende lest ihr all die unappetitlichen Details aus Mamahonks 2025! Read it, like it or leave it!
Was waren meine wichtigsten Themen und Momente des Jahres 2025?
Gesundheit 2025: Immunsystem auf Abwegen
Das Jahr 2025 begann mit einem Arbeitsunfall, der meinen Alltag und meine Pläne durcheinanderwirbelte. Ich stürzte auf Arbeit elegant die Treppe hinunter, schmetterte das Notebook in die Ecke und knickte ungünstig mit dem rechten Fuß um. Der Fuß, der mich sonst zuverlässig durchs Leben trug, wurde zur Schwachstelle.

Sportliche Ziele wie der Rennsteiglauf? Der Durchgangsarztes verordnete die sofortige Streichung. Stattdessen bestimmten die erste Jahreshälfte Termine in der Physiotherapiepraxis meines Vertrauens mein Feizeitverhalten. Trotz umfänglicher Diagnostik und Therapie kostete mich diese Unachtsamkeit nicht nur viel Zeit und Energie, sondern auch das Gefühl von Stabilität. Nicht nur körperlich, sondern auch mental.

Das nahm meine Amygdala als dankbare Ausrede, keinen Sport zu treiben und die entstandene Unausgeglichenheit mit Kinderschokolade zu kompensieren. Ein Muster, das sich durch das Jahr ziehen sollte.
Mein Immunsystem tat sowieso wenig, um meinem körperlichen Verfall entgegenzuwirken. Beschissen wäre geprahlt. Das erste Halbjahr konnte ich mich nicht des Eindrucks erwehren, dass sämtliche Krankheiten im Haus Mamahonk ein Staffelrennen veranstalteten – von Grippe über Mittelohrentzündung hin zu Magen-Darm. Das Trauma sitzt mir derart tief in den Knochen, dass ich mich im Herbst erstmals gegen Grippe impfen ließ.



Beruf 2025: Abschied und Neuanfang
Im Frühling 2025 stand ein beruflicher Wechsel an: vom Praxisamt zur Studiengangskoordination Notfallversorgung/Rettungswesen. Ich ging mit der Annahme hinein, dass ich Aufgaben und Kolleg:innen bereits kenne. Gut, dass mein Kolleg:innen mich beim Vorstellungsgespräch nichts Fachliches fragten, ich hätte sonst antworten müssen: „Keine Ahnung, ich bin nämlich dumm wie ein Netz Äpfel und interessiere mich ausschließlich für Schminktipps und Jungs.“ Kurzum – die Realität war komplexer. Die neue Rolle brachte Interpretationsspielräume, neue Strukturen und Lernprozesse mit sich – mehr, als ich erwartet hatte.

Parallel endete das wissenschaftliche Evaluationsprojekt, das mich über Jahre begleitet und geprägt hatte. Es war nicht nur ein Job, sondern ein Stück Identität: geprägt von Neugier, Leistungsbereitschaft und einem Team, das Rückhalt bot. Der Abschied fällt mir schwer und hinterlässt eine Lücke, die ich erst lernen muss auszuhalten.

Beide beruflichen Entwicklungen gaben hinreichend Anlass, meine Amygdala dazu zu motivieren, sich ihrem liebsten Hobby zu widmen: dem emotionalen Essen.
Finanzen 2025: Von Gräben und Brücken
Seit dem Tod meines Vaters beschäftigte meine Geschwister und mich die Regelung seines Nachlasses. Unterschiedliche Vorstellungen zwischen der Familie und der Nachlassnehmerin führten zu Spannungen, die sich anfühlten wie ein Mariannengraben. Das lieferte nicht nur reichlich zusätzliche Motivation für meine Amygdala, ihr Seelenheil in emotionalem Essen zu suchen, sondern forderte mich finanziell enorm.
Gutachten, Vergleiche, Verhandlungen – Prozesse, die Zeit und Nerven kosten. Mein Bruder trieb das Thema maßgeblich voran, wofür ich unendlich dankbar bin. Ende des Jahres kam die Einigung – ein Moment der Erleichterung, der sich wie Befreiung anfühlte.
Familie 2025: Zwischen Nähe und Distanz
Seit 2023 sind Papahonk und ich getrennt. Wir leben weiterhin zusammen, weil uns das Konzept Familien-WG zahlreiche Vorteile bietet. Gleichzeitig stellt das Leben in einer Familien-WG mich vor unterschwellige Herausforderungen. Geborgenheit zu schaffen, wo zwischen den Eltern keine emotionale Verbindung besteht, ist ein Kraftakt. Ich suchte Unterstützung in systemischer Beratung, um die Frage zu klären: bleiben oder gehen?
Die Antwort: bleiben – aus pragmatischen Gründen. Das musste ich erstmal verdauen. Am besten mit Kinderriegel.
Papahonk und ich teilen das Ziel, unseren Kindern Geborgenheit und gute Entwicklungsbedingungen zu bieten. Es ist ein Arrangement, das Professionalität erfordert, ähnlich wie im Beruf.

Trotz gelegentlicher Spannungen gelang uns gemeinsam etwas Schönes: die Renovierung der Kinderzimmer und ein gemeinsamer Urlaub an der Ostsee. Kleine Lichtblicke in einem Jahr, das uns auch gesundheitlich durch häufige Erkrankungen forderte.

Mein Fazit für das Jahr 2025:
Zusammenfassend manifestierte sich der Frust in allen Bereichen meines Lebens an meinen Hüften. 2025 war kein Jahr der großen Erfolge, sondern eines der inneren Arbeit. Es hat mir gezeigt, wie sehr äußere Umstände Einfluss auf innere Balance nehmen – und wie wichtig es ist, sich selbst nicht aus dem Blick zu verlieren.

Ich gehe mit der Erkenntnis ins neue Jahr: Stabilität entsteht nicht von allein. Sie ist das Ergebnis bewusster Entscheidungen – für Gesundheit, für Klarheit, für Grenzen. Und vielleicht auch für weniger Kinderschokolade.
Worauf bin ich 2025 stolz?
Wenn ich auf dieses Jahr zurückblicke, erfüllt mich vor allem eines: Zufriedenheit. Und kein lauter, sondern ein stiller Stolz, der sich in den kleinen und großen Momenten zeigt.
Ich bin stolz darauf, dass Papahonk und ich es geschafft haben, unser Konzept der Familien-WG umzusetzen. Es ist nicht immer einfach – unterschiedliche Meinungen, gestörte Kommunikation, der ganz normale Wahnsinn des Alltags. Aber mit etwas Abstand erkenne ich, wie wertvoll das ist: Wir halten an einem gemeinsamen Ziel fest, suchen Lösungen und stellen unsere eigenen Befindlichkeiten zurück. Das ist eine Fähigkeit, die in unserer Gesellschaft oft verloren geht – und wir leben sie.

Ich bin stolz darauf, eine Vollzeittätigkeit und Familie unter einen Hut gebracht zu haben. Natürlich fällt dabei manches hinten runter, aber ich vermute, dass der britische Historiker Parkinson mich vor Augen hatte als er sein Gesetz „Arbeit dehnt sich in genau dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht“ formulierte. Mehr Zeit bedeutet nicht automatisch mehr Zeit für die Familie, sondern oft nur mehr Zeit sich schlecht zu fühlen oder merkwürdige Gedanken zu pflegen. Ich hab’s getestet.
Ich bin stolz auf meine Kinder – besonders auf Knopf, die ihre Ängste überwunden hat und mutig bei Voltigier- und Tanzauftritten auf der Bühne stand. Außerdem wächst sie mehr und mehr in ihre Rolle als große Schwester. Diese Momente zeigen mir, wie stark sie ist.

Ich bin stolz darauf, dass ich trotz eines beeinträchtigten Fußes wöchentlich nordic walken oder joggen war und sogar am Firmenlauf und Frauenlauf teilgenommen habe. Jeder Kilometer war ein kleiner Sieg. Der Krebslauf wurde leider abgesagt. Vielleicht in 2026 wieder?

Ich bin stolz, dass ich nach zwei Jahren Pause wieder unseren digitalen Adventskalender für die Familie gestaltet habe. Nach dem Tod meines Vaters fehlte mir lange die Kraft, doch dieses Jahr habe ich es geschafft – zusammen mit meinen Mädchen. Ich habe den Anspruch auf Perfektion losgelassen und einfach gemacht. Und das fühlt sich gut an.
Und schließlich bin ich stolz darauf, dass ich regelmäßig Plasma gespendet habe – im Schnitt einmal pro Woche. Zweimal habe ich sogar den „Gipfelstürmer“ geschafft. Für mich bedeutet das nicht nur, anderen zu helfen, sondern auch Zeit für mich selbst zu haben. Beim Rumliegen Gutes tun und Geld dafür bekommen? Perfektes Lebenskonzept. Die kleine finanzielle Anerkennung nutze ich, um Einrichtungen zu unterstützen, die mir am Herzen liegen – und ja, auch für den einen oder anderen Ausflug auf den Weihnachtsmarkt.

Außerdem stimmt es mich zufrieden – stolz wäre hier nicht ganz zutreffend – dass ich beim Scrollen durch die Bilder des Jahres 2025 festelle, dass ich trotz permenanter Abwesenheit von Zeit und Gesundheit, viel mit den Kids unternommen habe. Gut, zugegeben, Freizeit mit den Kids bedeutet bei mir, dass ich sie entweder bei der Ausübung meiner eigenen Hobbies involviere oder mit ihnen irgendwohin gehe, wo sie sich selbst beschäftigen, während ich mich meiner Hobbies widme.

Andere Eltern ziehen Kerzen mit ihren Kindern, schröpfen Papier oder basteln Adventskalender. Ich gehe mit meinen Kindern zum Tiergarten an der Griesbrücke. Da gibt es Tiere und einen Zaun drumrum. Das verschafft mir mindestens 30 Minuten, in denen ich entweder Sport treibe, mich mit einer anderen Mama treffe oder am Smartphone heimlich einen Blogartikel verfasse.

Die Bibliothek ist ebenfalls so eine Art Wellness-Woodstock für Mamahonks: Die Kinder werden in der Kinderabteilung ausgesetzt und Mamahonk verschwindet in einem Hängesessel. Wahlweise hinter ein Bücherregal. Und liest.
Die besten Entscheidungen, die ich 2025 getroffen habe?
2025 war ein Jahr voller Höhen und Tiefen, voller Entscheidungen, die mich geprägt haben. Manche waren gut, andere würde ich heute anders treffen. Aber zwei Entscheidungen scheinen mir erwähnenswert.
Die erste war mein beruflicher Wechsel. Als Studiengangskoordinatorin habe ich nicht nur neue Fähigkeiten gewonnen, sondern auch den Mut bewiesen, für mich selbst einzustehen. Ob ich zufrieden damit bin? Sinnstiftende Tätigkeit schmeckt ehrlich gesagt anders, doch ist die Arbeit als Studiengangskoordinatorin zu gut und zu einer Umschulung habe ich weder Lust noch einen motivierenden Plan B.
Die zweite Entscheidung war die einfachste und wohl aber für meinen aktuellen Zustand weitreichendste: Ich habe endlich eine Kur beantragt. Jahrelang habe ich den Gedanken mit mir herumgetragen, aber immer wieder verschoben. Ende des Jahres zwang mich eine gesundheitliche Pause, innezuhalten. Und in diesem Moment, beim Arzt, dachte ich: Jetzt oder nie. Innerhalb einer Woche war der Antrag gestellt, zwei Wochen später kam die Bewilligung. Und plötzlich war da dieses Licht am Horizont.

Im Sommer fahre ich mit meinen beiden Mädchen an die Ostsee. Drei Wochen, in denen ich nicht die Last des Alltags trage, sondern meine Seele atmen darf. Drei Wochen, in denen ich mich um mein mentales und körperliches Wohl kümmere – und um die Verbindung zu meinen Kindern, die im Alltag oft zu kurz kommt.

Allein die Vorstellung davon gibt mir Kraft.
Wenn ich heute denke: Ich kann nicht mehr, sehe ich eine Kurmitarbeiterin, die mir mit strengen Blick 30 Minuten Lavendelbad verordnet und ich anschließend mit meinen Kindern um die Wette zu Speisesaal hechte oder wahlweise in den Dünen Geocache. Und schwupps, vergesse ich die Hackfresse vor mir mit „Vollpfosten“ zu beschimpfen.
Was habe ich 2025 über mich selbst gelernt?
Zwei Erkenntnisse haben sich in diesem Jahr besonders deutlich gezeigt – und beide überraschten mich.
Erstens: Ich funktioniere besser, wenn ich mich beobachtet fühle. So absurd es klingt: Im Rahmen von zwei Studien zur Messung meines Stresslevels musste ich jeweils zwei Monate lang meine Vitalparameter tracken. Und was passierte? Meine Leistungsfähigkeit stieg spürbar. Plötzlich ging mir alles leichter von der Hand – als würde allein die Tatsache, dass jemand (oder etwas) hinschaut, meine innere Disziplin aktivieren.
Zweitens: Ich musste mir eingestehen, dass ich in den vergangenen Jahren zunehmend materialistisch orientiert bin. Für mich eine bittere Pille. Lange habe ich versucht, Nachhaltigkeit und Gemeinnützigkeit über finanzielle Gewinnorientierung zu stellen – moralisch ein schöner Anspruch. Doch seit ich Mutter bin, fällt mir das schwerer.
Ich habe es mir angewöhnt, jährlich eine Etatplanung für das kommende Jahr zu erstellen, wöchentlich Einnahmen und Ausgaben zu tracken und regelmäßig zu bilanzieren. Dieses Jahr war das besonders herausfordernd: steigende Kosten für Kindergarten, Hort, Miete und die Hobbys der Kinder, dazu die Abwicklung des Nachlasses meines Vaters.

Diese Prozesse waren nicht nur mit positiven Emotionen verbunden. Im Gegenteil – es gab Momente, in denen ich bedauerte, dass ich mich erst mit 40 Jahren ernsthaft mit dem Thema Vermögensbildung auseinandergesetzt habe.
Beide Erkenntnisse sind unbequem, aber vermutlich menschlich. Sie zeigen mir, wie sehr äußere Umstände meine Prioritäten verschieben – und wie wichtig es ist, bewusst hinzuschauen: auf meine Werte, meine Ziele und die Balance zwischen Idealismus und Realität.
Was habe ich 2025 zum ersten Mal erlebt/gemacht?
2025 war ein Jahr voller Premieren – manche überraschend, manche lehrreich.
Zum ersten Mal habe ich die Macht des Zauberworts „BG“ bei Ärzt:innen erlebt. Nach meinem Arbeitsunfall wollte ich ursprünglich gar nicht zum Orthopäden, doch meine Arbeit im Fachbereich Gesundheit und Pflege und die vielen physiotherapeutischen Horrorgeschichten haben mich umgestimmt.
Und dann stellte ich fest: Sobald ich „Berufsgenossenschaft“ im Wartezimmer des Durchgangsarztes erwähnte, verkürzten sich Wartezeiten und erweiterten sich Therapie- und Diagnosemöglichkeiten. Besonders deutlich wurde das im Vergleich zu einer Bekannten, die zeitgleich einen ähnlichen Sturz hatte und von ihrem Arzt ohne Bandage, Röntgen, CT oder Physiotherapie zurück auf die Arbeit geschickt wurde.
Zum ersten Mal durfte ich im Rahmen meines Berufswechsels an den berufszulassenden Prüfungen unserer NotSan-Studierenden teilnehmen – als Simulationspatientin und Komparsin. Es war inspirierend, diese jungen Menschen zu sehen, die sich einem so facettenreichen und anspruchsvollen Beruf widmen und bereit sind, große Opfer zu bringen, um anderen zu helfen. Diese Erfahrung hat mich tief beeindruckt.

Und schließlich gab es noch eine kleine, aber spannende Premiere: Zum ersten Mal habe ich eine Smartwatch getragen – zunächst im Rahmen einer Studie. Mit Erstaunen stellte ich fest, dass ich mehr schlief, als ich dachte. Als Konsequenz gönnte ich – Person mit Konsummentalität die ich bin – mir zu Weihnachten einen Fitnesstracker.
Zwar nicht zum ersten Mal im Leben, doch zum ersten Mal mit Fünkchen ging ich bei einem Kurztrip nach Kiel zum ReformationstagSchrägstrichHalloween Geo-Caching. Gemeinsam die Gegend zu entdecken und dabei millardenschwere Technik zu nutzen, um kleine Röhrchen mit siffigen Zetteln darin zu finden, versorgte unsere Körper mit ausreichend Endorphinen, sodass wir selbst über die Feiertage und bei -7Grad durch die Winterlandschaft Frauenwalds zogen.

Welche wichtigen Lektionen hat mir 2025 mitgegeben?
2025 war ein Jahr voller Erkenntnisse – manche schmerzhaft, aber alle wertvoll. Zwei Lektionen haben sich besonders tief eingeprägt:
Erstens: Nicht krank zur Arbeit gehen. Im Februar bin ich nach einer kurzen, aber intensiven Grippe viel zu früh wieder ins Büro zurückgekehrt – nur um an einem Meeting teilzunehmen, das rückblickend gar nicht so wichtig war. Die Folge? Ich hatte einen Arbeitsunfall, der mein gesamtes Jahr geprägt hat. Gesundheitlich entwickelte sich dadurch vieles anders, als ich es geplant hatte. Heute weiß ich: Kein Termin ist wichtiger als meine Gesundheit.
Zweitens: Ungelöste Konflikte kosten Energie. Ich habe erlebt, wie sehr offene Baustellen im zwischenmenschlichen Bereich Kraft rauben. Manchmal schiebt man die Lösung vor sich her, weil die Alternativen unangenehm erscheinen. Doch das Problem bleibt – und zehrt an den Nerven. Die Lektion: Konflikte brauchen Klarheit, auch wenn der Weg dorthin unbequem ist.
Diese beiden Erfahrungen nehme ich mit ins neue Jahr – als Erinnerung daran, dass Gesundheit und klare Kommunikation die Basis für alles sind.
Wofür bin ich 2025 besonders dankbar?
Meine Dankbarkeit gilt vor allem den Menschen in meinem Leben. An erster Stelle stehen meine wundervollen Mädels – sie sind mein Antrieb, meine Motivation und mein größtes Glück. Dankbar bin ich auch für meine Mutter, die trotz eigener Sorgen immer ein offenes Ohr für mich hat. Bei ihr kann ich mich ausweinen, ohne mich erklären zu müssen. Ebenso danke ich meinem Bruder, der sich um das Haus der Familie und alle Fragen rund um den Nachlass gekümmert hat. Damit hat er mir eine enorme mentale Last abgenommen.
Ich bin auch dankbar für meinen Job, weil er gut zu meinem Leben passt. Sicherlich hat er nicht die sinnstiftende Tiefe, die ich bei der Initiative „Christen für Europa“ erlebt habe, aber er bietet mir Stabilität und ein Umfeld, das mich bereichert. Allein die Vielfalt meines Kollegiums empfinde ich als Geschenk – so viele Perspektiven, so viel Austausch. Und das wissenschaftliche Umfeld ist für mich ein Lichtblick in einer Welt, die von Trumps und Putins geprägt ist.
2025 hat mir gezeigt, wie wertvoll Menschen sind, die Halt geben, und wie wichtig es ist, ein berufliches Umfeld zu haben, das inspiriert. Für all das bin ich zutiefst dankbar.
Was waren meine grössten Herausforderungen in 2025?
Die größte Herausforderung im 2025 bestand sicherlich darin vor dem Hintergrund der zahlreichen krankheitsbedingten Ausfälle und des emotionalen Aderlasses in der Familien-WG nicht den Verstand zu verlieren. Und Papahonk leben zu lassen.

Meine Hoffnung auf ein besseres Leben war schonmal vorangegangen. Definitiv. Ich musste eben nochmal Beruf und Familie vereinen. Dabei versuchte ich sorgfältig zu ignorieren, dass Opfer dieser Vereinbarkeitsutopie meine rehgleichen Hüften sowie die von mir angestrebte feministische Weltrevolution sind. Beide müssen warten.
Mein 2025 in Zahlen
Gelaufene Kilometer: 228 km in 61 Aktivitäten. Da ist viel Luft nach oben. Es braucht schließlich Ziele für 2026.
Gelesene Bücher: 26 Bücher, eine Zahl, die mich selbst überraschte. Welche Bücher das waren? Das lest ihr hier
Blogparaden: Ich freue mich, dass ich es trotz Zeitmangels geschafft habe, an der Blogparade von Draußen nur Kännchen mit insgesamt vier 12 von 12, an der Blogparade von Cornelia Lichtner mit Beruf und Berufung – 5 Dinge, die ich meinem jüngeren Ich mitgeben würde, an der Blogparade von Michaela von Easy Familiy mit dem Blogartikel Die 10 Gebote für den Familienurlaub mit Klein- und Grundschulkindern sowie an der Blogparade von Mutter-und-Sohn-Blog mit dem Blogartikel Sommerliche Konsumkritik – Wie feministische Perspektiven Frauen zu finanzieller Freiheit führen teilzunehmen. Ich bin gerade selbst überrascht, wie viele es sind. Ach und die Monatsrückblicke gehen auf die Kappe von Judith Peters. Wie auch dieser Jahresrückblick.
Gehörte Podcast:



Was ich 2026 anders mache:
Zum Jahreswechsel treffe ich mich nun mit alten Bekannten: meine guten Vorsätze für das neue Jahr.
2026 wird für mich ein Jahr der bewussten Fokussierung. Ich befinde mich in einer Lebensphase, in der ich meine Ziele nicht zu hochstecke – um meinen Ehrgeiz und Perfektionismus zu besänftigen, lable ich das als Selbstfürsorge. Es gibt Rahmenbedingungen und Abhängigkeiten, die mich dazu bringen, das Wesentliche im Blick zu behalten: meine Familie und meinen Job. Letztlich geht es darum, den Alltag gut zu überleben und bei Verstand zu bleiben.
Mein wichtigstes Ziel ist meine Gesundheit – psychisch und physisch. Ich möchte mehr Bewegung in meinen Alltag integrieren, mich ausgewogen ernähren und ausreichend schlafen.
Ein zentraler Baustein wird die Teilnahme an Laufveranstaltungen sein. Im vergangenen Jahr musste ich den Rennsteiglauf wegen eines Arbeitsunfalls absagen. Dieses Jahr möchte ich den Halbmarathon endlich wieder absolvieren.

Damit verbunden ist ein vertrauter Vorsatz: Abnehmen. Von allen Buchstabenfolgen, die ich mit Hilfe der deutschen Sprache bilden kann, ist das die von mir gefürchteste. Ich möchte zwar abnehmen, mir die Diät aber sparen. Ein Dilemma
Jedoch. Die Waage bei der Plasmaspende – von meiner hauseigenen habe ich mich in einem schmutzigen Rosenkrieg scheiden lassen – neigt auf beunruhigende Weise dazu, mich über mein Übergewicht im Umfang meiner jüngsten Tochter zu informieren.
Das bescherte meiner Amygdala eine klare Visualisierung: Wenn ich nunmehr die Absicht hege, meinen Frust in Kinderriegeln zu ertränken, stelle ich mir vor, wie ich mit Fünkchen auf dem Rücken die 21 Kilometer beim Rennsteiglauf laufe. Das hilft. Zumindest seit 3 Tagen.
Als Motivationshilfe für die Mission Gesundes Leben schwatzte ich meiner Versicherung eine Mutter-Kind- Kur an der Ostsee ab. Ich verfüge nun also über einen elektrischen Handgelenkstrainer UND eine Kur. Was habe ich doch für ein schönes Leben!
Ernsthaft. Ganz hinten in meinen Hirnwindungen rege ich schon länger den Verdacht, dass ich vieles von dem, was ich auf der Kur lernen werde, bereits weiß. Ich erwarte also keine Wunder. Aber ich hoffe, meine Akkus aufzuladen und Routinen wieder zu etablieren, die mir im Alltag Stabilität geben. Das kommt ziemlich nah an ein Wunder ran.
Beruflich möchte ich wieder aufstocken. Zwei Optionen liegen vor mir: eine mit großem Entwicklungspotenzial und eine mit viel Komfortzone. Welche ich wähle, wird sich zeigen – aber ich bin bereit, die Arschbacken zusammenzukneifen und den nächsten Schritt zu gehen.
Familiär stehen zwei besondere Ereignisse an: Eine Hochzeit in der Familie und Knopfs Wechsel auf die weiterführende Schule. Noch wissen wir nicht, wohin die Reise geht, aber ich ahne, dass dieser Schritt eine Kriegserklärung an meine innere Balance sein wird.
2026 wird kein Jahr der großen Sprünge, sondern eines der bewussten Entscheidungen. Gesundheit, Familie und berufliche Stabilität – das sind meine Prioritäten.
Mein Motto für 2026?
Freundlich, fit und fokussiert
Was bedeutet das für mich?
Ich entscheide mich bewusst dafür, freundlich zu sein – zu anderen und zu mir selbst. Ich stärke meinen Körper und meinen Geist, weil Gesundheit meine Basis ist. Und ich richte meine Energie auf das, was wirklich zählt, statt mich in Nebensächlichkeiten zu verlieren.
Wie setze ich das um?
Ich entscheide mich bewusst dafür, nur noch „Vollpfosten“ zu denken, statt zu sagen, wenn ich mich über andere oder mich selbst ärgere. Hin und wieder ist bestimmt auch ein Lächeln drin, dass nicht an eine entzündete Zahnwurzel erinnert. Ich verbanne Süßigkeiten aus der Wohnung, schließlich wäre ich nicht in so einer prekären Lage, wenn sie dort wären, wo sie hingehörten: in den Supermarkt. Und ich integriere Bewegung in meinen Alltag, selbst wenn es nur kleine Schritte sind. Der Ausblick 24/7 mein Fünkchen durch die Gegend zu tragen, erleichtert mir den Abschied aus meiner Komfortzone.
Kurzum – ich setze klare Prioritäten, damit ich mich nicht verzettle, sondern meine Ziele erreiche.

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Liebe Manja,
vielen Dank, dass du so offen und ehrlich dein turbulentes Jahr mit uns im Jahresrückblick geteilt hast! Ich finde, du hast extrem gut durchgehalten, trotz so vieler Widerstände und schwieriger Situationen mit neuem Job und in der Familie! Chapeau für deine Stärke! Und dann noch gebloggt!
Deine Kids sind bestimmt stolz auf dich.
Super, dass du eine Kur in Aussicht hast, die gönne ich dir von Herzen!
Ich wünsche dir ein gesundes und fröhliches Jahr 2026
Herzliche Grüße
Gina
Ich bin der Meinung, dass du verdammt stolz auf dich sein kannst! Dein Jahr war nicht einfach und du kommst und rockst es! Ob souverän oder nicht ist egal. Alle Achtung!
Das Projekt Familien WG hört sich zwar super an, aber ich vermute einen enormen Kraftakt dahinter. Ich wünsch euch, dass ihr das gut über die Bühne bringt!
Musikalisch sind wir übrigens im gleichen Alter 🙂
Liebe Grüße aus dem Mausloch
Sabine
Liebe Sabine, danke Dir ❤️ und ein wundervolles 2026.