Mamahonks kleine Monatsrückschau August 2025 – Von Chaos zur Struktur

Der August begann mit einem klassischen Fall von Urlaubsblues. Kaum war ich zurück von der Ostsee, sog mich der Alltag auf wie ein Staubsauger auf Stufe sieben. Statt Meeresrauschen gab’s wieder To-do-Listen, und die langen Krankheitsphasen im ersten Halbjahr hatten ihre Spuren hinterlassen – gesunde Routinen? Fehlanzeige. Ich landete in einem echten Tief. 

Doch Tiefs haben bei mir eine interessante Nebenwirkung. Sie aktivieren eine Art inneren Neustart-Knopf. Ich stelle meine Ernährung, meine Mobilität, mein Verhalten auf den Prüfstand, strukturiere neu, denke um. Meine Überzeugung seit meinem Downshiftingexperiment vor 4 Jahren: Arbeit dehnt sich mit der Zeit aus – aber mehr Zeit heißt nicht automatisch mehr Erfüllung. Also Schluss mit dem Hadern, her mit DEM nEUSTART! Ob das im August geklappt hat? Read it, like it or leave it. 

Familie und Freunde: Struktur statt Selbstmitleid

Was definitiv geholfen hat: Meine Menschen. Der Geburtstag meiner Mutter war ein Highlight – wir haben abends zusammen gegrillt, gelacht, und am nächsten Tag (nachdem meine große Tochter und der Mann wieder nach Jena gefahren waren) hatten meine Mutter, mein Bruder und ich endlich mal Zeit, Dinge zu besprechen, die sonst untergehen. Das gab mir ein tiefes Gefühl von Zugehörigkeit.

Dann kam die Schuleinführung meines Patenkindes. Zum ersten Mal ohne den Mann bei so einem Familienfest. Und siehe da: Die Kinder haben sich sofort in die neue Gruppe integriert, und ich konnte mich frei bewegen, frei reden – und sogar frei trinken. Zwei Flaschen alkoholfreier Sekt später war ich bestens gelaunt… bis ich nachts Bekanntschaft mit der Kloschüssel machte. Man lernt nie aus. Vermutlich war die Hepatitis-A Impfung wenige Tage zuvor der Urheber. Ich hoffe es jedenfalls.

Anschließend ging’s gleich weiter: Der Mann holte die Feier seines 50. Geburtstags im Garten nach. Kurz vorher standen wir mal wieder kurz vor der Trennung – hätten wir uns nicht schon vor 2 Jahren getrennt. Stress, Missverständnisse, jedes Wort ein Minenfeld. Aber die Feier selbst war schön. Ich habe meine ganze Verwandtschaft wiedergesehen und sogar lange Gespräche mit meinem Neffen und meiner Nichte geführt – das tat gut.  

Zum krönenden Abschluss gab’s noch den Geburtstag eines Kindergartenfreundes meiner Tochter und Sohn einer meiner besten Freundinnen. Ein schöner, runder Abschluss für einen Monat, der emotional so bunt war wie ein Kindergeburtstag. 

Beruf und Finanzen: Pseudokrupp statt Kiel

Eigentlich war noch eine Fahrt nach Kiel geplant. Doch das Leben hatte andere Pläne: Beruflich war Hochbetrieb, gleichzeitig trafen Krankheit, Urlaub, Prüfungen und ein Fachtag perfekt getimt aufeinander. Besonders enttäuscht war meine Tochter – sie liebt die Pferde unserer Freundin in Kiel heiß und innig.  

Beruflich gab es dafür zwei Momente, die mich tief bewegt haben. Zum einen neigt sich ein großes Forschungsprojekt dem Ende zu. Die Daten sind da, die ersten Ergebnisse überraschend – und ich finde es unglaublich spannend zu beobachten, wie Hypothesen entstehen, verworfen und neu gedacht werden. Wissenschaft live, sozusagen. Nur die parallele wirtschaftliche Prüfung erzeugt gelegentlich Stirnrunzeln bei mir. 

Zum anderen wachse ich langsam in meine neue Rolle als Studiengangskoordinatorin hinein. Im Rahmen der berufszulassenden fachpraktischen Prüfungen durfte ich einen intensiven Einblick in das Berufsbild der Notfallsanitäter:innen gewinnen. Das gab mir einen Motivationsschub! Ein Baby mit Pseudokrupp am einen Tag, eine Seniorin mit Kammerflimmern am nächsten – und mittendrin junge Studierende, die mit beeindruckender Ruhe und Kompetenz agierten. Ich war beeindruckt. 

Hürden sind zum überwinden da, oder?

Auch finanziell war der August alles andere als langweilig. Der Nachlass beschäftigt mich weiterhin – wir haben einen außergerichtlichen Vergleich angeboten und warten gespannt auf die Reaktion der Gegenseite. Wertgutachten, Anwaltskosten – das läppert sich. Zum Glück kam die Steuererklärung (wenn auch spät eingereicht) schneller zurück als gedacht, und mit einer ordentlichen Rückzahlung. Zusätzlich habe ich wieder an einer Studie (zum Thema Riechen) teilgenommen und Plasma gespendet. 

Die Einnahmen aus Studien und Spenden fließen übrigens meist direkt weiter – in den Förderverein der Schule, der Kita, meines alten Arbeitgebers oder lokale Einrichtungen wie das Geburtshaus Jena oder Towanda. Ein Teil davon lässt sich steuerlich absetzen, und das macht das Geben doppelt schön. 

Sport und Gesundheit: Es geht aufwärts

Im August habe ich endlich wieder meinen sportlichen Rhythmus gefunden. Mein Fuß ist zwar noch etwas nachtragend wegen des Arbeitsunfalls im Winter, aber ich laufe regelmäßig und bin viel mit dem Rad unterwegs. Das dürfte sich in den nächsten Wochen sogar noch steigern, denn ich habe auf der Arbeit das Stadtradeln wieder initiiert – Bewegung mit Kolleg*innen macht einfach mehr Spaß. 

Auch ernährungstechnisch bleibe ich konsequent: Industriezuckerfrei – und das schon seit einer ganzen Weile. Ich bin selbst überrascht, wie gut das klappt. 

Sportliche Ausflüge mit den Kids

Allerdings kollabierte mein Kalender – mit Nebenwirkungen. Die Nebenwirkung? Ein mittelschwerer innerfamiliärer Eklat. weil der Mann in meiner Vertretung mit beiden Töchtern beim Kinderzahnarzt einritt. Doch dort wusste niemand etwas von einem Termin. Einen Termin, den eigentlich ich vereinbart hatte. Daraufhin verpasste der Mann erst der Sprechstundenhilfe einen Einlauf und anschließend mir. Zurecht wie ich zwei Wochen später beim Abhören meines ABs feststellte: Am Tag des Zahnarzttermins rief MEIN Zahnarzt mich an und erkundigte sich freundlich, ob ich noch käme. 

Standby-Feminismus: Stolpersteine

Wenn ich ehrlich bin, sieht es mit meinem feministischen Engagement momentan etwas mau aus. Ich sammele keine Infos, ich agitiere nicht – zumindest nicht sichtbar. Aber ganz stimmt das natürlich nicht. Hinter den Kulissen plane ich zwei größere Projekte, über die ich an dieser Stelle noch nicht viel verraten möchte. Nicht, weil sie unwichtig wären – sondern weil ich mir selbst noch nicht sicher bin, ob alles klappt. Und bevor ich groß ankündige und dann mit leeren Händen dastehe… na, ihr kennt das.   

Feministische Konsumkritik: Von Mode bis Vermögensaufbau

Immerhin: Einen kleinen Beitrag habe ich geleistet. Auf Einladung zur Blogparade von Sarah von Mutter und Sohn Blog habe ich einen Blogartikel zum Thema Sommer veröffentlicht – eine feministische Konsumkritik. Der Text ist ein erster Versuch, meine Gedanken zu sortieren, und ich stehe damit noch ganz am Anfang. Es darf also gerne ergänzt, weitergedacht und diskutiert werden. Feminismus ist schließlich kein fertiges Konzept, sondern ein Prozess. 

Ausblick auf den September – zwischen Bewegung, Entscheidungen und Hoffen

Der September startet sportlich: Frauenlauf und Stadtradeln stehen an. Ich hoffe inständig, dass mein Beckenboden und mein rechter Fuß mitspielen – die beiden sind ja nicht immer die zuverlässigsten Trainingspartner. Aber ich bin optimistisch und habe die Laufschuhe schon bereitgestellt.

Beruflich wird’s spannend: Unser Forschungsprojekt neigt sich dem Ende zu. Zwar erst im Dezember, trotzdem stellt sich die große Frage – wie weiter? Neue Aufgaben? Oder vielleicht doch erstmal Teilzeit, um endlich mehr Raum für meine eigenen Projekte zur Stärkung von Frauen zu schaffen? Die Ideen sind da, die Motivation auch – vielleicht ist jetzt der richtige Moment, die Weichen zu stellen?

Und dann gibt es noch einen Termin, der mir etwas schwerer im Magen liegt: Eine erneute Untersuchung meiner Brust steht an. Ich bete leise, dass der Knoten nicht gewachsen ist. Gesundheitlich ist das ein Thema, das mich begleitet – und das ich mit Hoffnung und Vorsicht zugleich angehe.

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