Mamahonks kleine Monatsrückschau April 2025 – Scham ist überbewertet

Familie und Freunde: Vom Hort zum Schokoladenmassaker

Quelle: M. Ellrich
Quelle: M. Ellrich

Die Bonusoma bäckt nämlich jedes Jahr einen hervorragenden Rüblikuchen. Da dieser die Geschmacksknospen meiner Töchter nicht überzeugte, gab es diesjährig noch einen Schokokuchen obendrauf. Verdaut hat die Kuchen vorwiegend mein Magen. Was meiner Waage wiederum richtig Arbeit verschaffte. Ich kann das Prinzip ‚Schwerkraft‘ inzwischen hervorragend anhand meines Bauchs erklären. Interesse?

Beruf und Finanzen: Krank, Krypto, Kapitalverlust – Mein chaotischer Alltag zwischen Kindkrank und Börsencrash

Sport und Gesundheit: Mehr Haare, weniger Scham

Quelle: M. Ellrich

Feminismus: Christian und der Fliegenschiss-Feminismus

Es gibt einen Grund, warum ich die Monatsrückschau für April erst jetzt, mit einem Monat Verspätung, veröffentliche. Der Grund ist simpel und doch komplex: FEMINISMUS. Wer sich das einfängt, laboriert jahrelang daran. Feminismus ist kein Sprint, sondern ein Marathon – mit immer wieder neuen Herausforderungen und Selbstzweifeln.

In letzter Zeit beschleicht mich jedoch zunehmend das Gefühl, dass all die feministischen Aktivitäten – so engagiert und kreativ sie auch sein mögen – nur ein Fliegenschiss in Christians Führungsetagen sind. All die Debatten, Aktionen und Forderungen scheinen dort keinerlei Wirkung zu entfalten, geschweige denn, dass sie ernsthaft diskutiert würden.

Ich merke, dass ich immer stärker um eine eigene, glaubwürdige feministische Position ringe. Viele meiner Mitstreiter*innen feiern jede noch so kleine Aktion als großen Erfolg – sei es, wenn sie Friedrich Merz ironisch bedruckte Tassen schicken, feministische Lesungen in öffentlichen Parks veranstalten, Stickeraktionen gegen Sexismus an Universitäten durchführen, Social-Media-Kampagnen wie #FrauenStärken oder #EqualPayDay starten, oder symbolische Proteste wie das Anbringen von Plakaten an Firmenzentralen organisieren. Jede dieser Aktionen wird in den sozialen Medien bejubelt, als wäre damit ein echter Systemwandel eingeläutet. Doch ich kann das momentan genauso wenig ernst nehmen wie ein Christian aus dem Vorstandszimmer.

Durch meine Aktivitäten an der Börse, durch die direkte Beobachtung der Finanzmärkte und der dort agierenden Akteure, ist mir schmerzhaft bewusst geworden, wie gering der Einfluss feministischer Gruppierungen wie beispielsweise Pinkstinks“, „Frauenstreik“, „Feministische Partei DIE FRAUEN“ oder auch „UN Women Deutschland“ tatsächlich ist. Ihre Stimmen verhallen in den entscheidenden Machtzentren der Wirtschaft nahezu ungehört. Die Vorstandsetagen von DAX-Konzernen, die Aufsichtsräte großer Banken oder die Führungsgremien internationaler Investmentfirmen werden von diesen zivilgesellschaftlichen Initiativen nicht einmal peripher tangiert. Im Gegenteil: Es scheint fast, als würde das Engagement der Zivilgesellschaft systematisch ignoriert oder sogar belächelt.

Quelle: M. Ellrich

Wenn uns das Ende der Ampelregierung eines bewiesen hat, dann doch wohl dies: Sämtliche politischen Maßnahmen, die dem Schutz sozialer und ökologischer Interessen dienen sollen, werden letztlich dem Primat der Wirtschaft geopfert. Egal, wie lautstark für Gleichstellung, Klimaschutz oder soziale Gerechtigkeit demonstriert wird – am Ende zählt in der politischen Realität vor allem das wirtschaftliche Kalkül. Die Interessen von Unternehmen, Investoren und Lobbygruppen setzen sich immer wieder durch, während feministische und andere zivilgesellschaftliche Anliegen auf der Strecke bleiben.

Diese Erkenntnis ist ernüchternd, aber sie zwingt mich, meine eigene Rolle und die Wirksamkeit unseres Engagements kritisch zu hinterfragen. Wie können wir tatsächlich Einfluss nehmen, wenn die wahren Machtzentren unsere Anliegen einfach plattwalzen?

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