Mamahonks neueste Rabenteuer – 5. Vollzeit arbeiten als Zweifachmama – Partnerschaft und Netzwerk  

Während die Politik darüber spricht, gleichberechtigte Elternschaft durch wohlklingende Begriffe wie Partnerschaftsbonus, Familienzeit und Vätermonate zu stärken, üben Papahonk und ich sie im Alltag als Hochrisikodisziplin. Auf dem Papier sind wir ein Team, in der Praxis eher ein Schichtbetrieb mit wechselnder Zuständigkeit und chronischem Schlafmangel. Gleichberechtigung ist dabei kein romantisches Ideal, sondern ein Zustand, den wir uns erarbeitet haben, weil die Alternative kompletter Zusammenbruch wäre.

Sind Vollzeitarbeit und Familie vereinbar? Wie wirkt sich das auf die verschiedenen Lebensbereiche aus? Und vor allem: Wer oder was bleibt am Ende eigentlich übrig? 

Dazu habe ich Eindrücke aus sechs Bereichen gesammelt: 1 Alltag & Organisation, 2 Emotionale Seite, 3 Kinder & Bedürfnisse, 4 Arbeit & Karriere, 5 Partnerschaft & Netzwerk, 6 Selbstfürsorge & Identität.

Die Artikel werden sicher immer wieder aktualisiert — so wie mein Nervenkostüm. Ich freue mich, wenn ihr eure Eindrücke in den Kommentaren hinterlasst oder mir anderweitig zukommen lasst. Read it, like it or leave it. 

Welche Rolle hat dein Partner oder deine Partnerin im Alltag gespielt?    

Es gibt Paare, die behaupten, sie seien ein „Team“. Ich weiß nicht, wie die das machen. Vielleicht haben sie weniger Kinder. Oder mehr Geld. Oder sie leben in einer Parallelwelt, in der Schlaf existiert und das Wort ‚Gleichberechtigung‘ nicht erst im Duden nachgeschlagen werden muss. 

Nach der Geburt des ersten Kindes tappten wir mustergültig in die Elternfalle. Ich machte alles, er ließ mich dankbar machen. Ich arbeitete Teilzeit, was offenbar bedeutete: Vollverantwortung für Haushalt und Kind. Ergebnis: Ich war überlastet, frustriert und unsichtbar. Er versuchte derweil, mich für Gartenarbeit zu begeistern,  um Nähe herzustellen.

Bei uns war Partnerschaft im Alltag eher ein logistisches Konstrukt als ein romantisches. Bedürfnisse des Partners? Die interessierten mich ungefähr genauso brennend wie die Tatsache, dass Küchenschaben die Welt schon vor den Dinosauriern bevölkerten. Ich hatte weder Zeit noch Kraft.

Da ich das Konzept ‚Downshifting‚ falsch verstand und statt in die entspannte Unterbezahlung in die Vollzeit schlitterte, entwickelten wir widerwillig eine gleichberechtigte Elternschaft. Spätestens mit dem zweiten Kind  , Fünckhen, konnte Papahonk sich nicht mehr verstecken, ich nicht mehr alles kompensieren. 

Aus der romantischen Idee von Partnerschaft war längst etwas anderes geworden – und genau daraus entstand unsere Familien‑WG. Keine große Liebe, keine kleinen Gesten, aber ein gemeinsamer Wille: Diese Kinder sollen es gut haben. Das ist Herzensangelegenheit und Haltung. Und die tragen erstaunlich zuverlässig durch den Alltag. 

Wie habt ihr Aufgaben verteilt, damit es für euch beide tragbar war?   

Wir haben irgendwann ein Miniwechselmodell eingeführt. Wochenweise wechselten wir uns mit den Betreuungsschichten ab — inklusive aller Aufgaben, die daran hingen. Eine Woche war ich die Hauptverantwortliche für Kinder, Haushalt, Termine, Tränen, Wutanfälle und Brotdosen. Die nächste Woche war Papahonk dran. 

Theoretisch sollte das fair sein. Praktisch war es wie ein Staffellauf, bei dem man den Stab übergibt und gleichzeitig ruft: „Viel Glück, du wirst es brauchen. “

Welche Unterstützung von außen war für dich besonders wertvoll?

Ich hatte drei Menschen. Und die waren Gold wert. 

Das war mein Netzwerk. 

Wie hast du es geschafft, dir ein Netzwerk aufzubauen?  

Wie viel Gleichberechtigung lebt ihr im Alltag – und wer fängt euch auf, wenn sie wieder mal nur Theorie ist?

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