Mamahonks kleine Monatsrückschau Dezember 2025 – Kleine Katastrophen und große Momente

Wenn ich den Dezember 2025 in einem Satz zusammenfassen müsste, wäre es wohl: „Ich wollte eigentlich nur ein bisschen Advent – und bekam stattdessen die Vollkontaktversion mit dem Leben.“ Zwischen Bonusoma‑Schulberatung, Weihnachtsmarkt-Marathon, Krippenspiel-Katastrophen und einer Silvesternacht, in der ich gegen die Schlaflosigkeit meiner eigenen Kinder verlor, blieb kaum Zeit zum Atmen. Dafür aber genug, um Plasma zu spenden, vier Kilo zuzulegen, einen Kurantrag durchzuboxen und mich für einen Halbmarathon anzumelden. Kurz: Ich habe alles gegeben. Nicht immer freiwillig, aber konsequent. Read it, like it or leave it!

Familie & Freunde: Advent, Advent die Mama rennt 

Die Frage nach der weiterführenden Schule wurde im Dezember kurzerhand outgesourct. Eigentlich stand der Tag der offenen Tür im Adolf-Reichwein-Gymnasium an. Doch meine Tochter entschied sich spontan für einen „Tag der offenen Tür“ bei ihrer Bonusoma. Also zapfte ich stattdessen die Eindrücke einer Freundin von der Schule an – und ließ mir gleichzeitig reichlich Plasma im Dezember abzapfen.

Mit der Aufwandsentschädigung finanzierte ich dann zumindest unser diesjähriges Adventstreffen, mein persönliches Dezember-Highlight. Das Adventstreffen ist – Überraschung – ein Treffen in der Adventszeit. Familie Mamahonk samt Elternanhang, Partnern und, wo vorhanden, Kindern quetscht sich drei- bis viermal durch die Menschenmengen auf dem Weihnachtsmarkt, verkippt ein bisschen Glühwein und arbeitet sich der Kinder zuliebe durch die komplette Rummelkarriere: vom Spiegelkabinett bis hoch zum Riesenrad. 

Quelle: M. Ellrich

Ich liebe diese Treffen aus drei Gründen: 

  1. Die Kinder blühen dort richtig auf. Es ist ihre Bühne. Endlich können sie erzählen – und jemand hört ihnen tatsächlich zu. Das kennen sie von zuhause weniger. 
  1. Ich sehe meine Liebsten
  1. Wir nehmen an einer Lotterie teil. Und wir gewinnen immer etwas Passendes. Dieses Jahr zog mein Bruder ein Kirschkernkissen, das direkt an Knopf weitergereicht wurde. 
Quelle: M. Ellrich

Weihnachten selbst war… interessant. Vor allem vor dem Hintergrund, dass Papahonk und ich diese Sache mit der Liebe gründlich versemmelt haben und kein Paar mehr sind. Trotzdem meisterten wir die Feierlichkeiten gemeinsam. Los ging es mit dem Krippenspiel im Lutherhaus. Mein minütlich gezischtes „Pscht“ übersetzten Fünkchen und ihre Freundin offenbar mit „Habt Spaß, knabbert Kekse und kichert ununterbrochen.“ 

Quelle: M. Ellrich

Spätestens seit dem Rückflug aus der Türkei im Oktober 2023 – vier Stunden Nachtflug, in denen Fünkchen ununterbrochen weinte, während uns alle Passagiere ihre sämtlichen, verfügbaren Endgeräte in die Hände drückten, um unsere 1,5‑Jährige abzulenken (Knopf nahm das Angebot dankend an, Fünkchen ignorierte es tränenreich) – hatte ich akzeptiert, dass meine Zweitgeborene das Kind sein würde, bei dem alle Kinderlosen denken, sie könnten es besser erziehen als ich.  

Die Blicke im Lutherhaus passten perfekt zu meiner inoffiziellen Auszeichnung „Nullcheckerin des Jahres“. Zum Glück war die Mama von Fünkchens Busenfreundin dabei. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Vielleicht guckten die anderen auch nur so erbärmlich wegen meines Gesangs. Mein Gesang erinnerte dezent an ein Opossum. Ein Opossum mit Diarrhoe. Doch was soll ich tun? Weihnachtssingen ohne Singen funktioniert nicht. Davon haben mich die 13.000 Sänger:innen in der Ad hoc Arena einige Tage vorher lautstark überzeugt. 

Adventssingen Jena 2025 Quelle: M. Ellrich

Nach der Kirche kamen Papahonks Eltern an Heiligabend zu uns. Wir aßen individualisierte Menüs, bescherten und fuhren am nächsten Tag weiter nach Südthüringen. Da machten wir das Gleiche mit anderen Personen. Und ich führte erstmals mit unfassbaren 31 % meines Hirns wieder echte Erwachsenengespräche. Die restlichen 69 % waren drei Stunden lang damit beschäftigt, sich zu fragen, ob 21 Uhr eine angemessene Zeit sei, um sich bei einer Weihnachtsfeier ins Bett zu verabschieden.  

Die Bescherung stand diesjährig nicht im Vordergrund, eher das Beisammensein. Es gab auch ein Novum: Wir konnten uns nur halbherzig darauf einigen, dass der Weihnachtsmann UND das Christkind kommen. Auf Druck von Knopf erzählten wir den Kindern dieses Jahr die Wahrheit. Kann ich auch mit umgehen, dass sie jetzt wissen, dass Papahonk und ich es sind, die sich die Füße wund latschen und den Hintern aufreißen – Pardon – sich Mühe geben, damit ihre großen runden Augen so herzerweichend leuchten.  

Schneeparty Suhl 2025 Quelle: M. Ellrich

Abgerundet wurden die Feiertage durch einen dreitägigen Aufenthalt bei meiner Mamutschka – nunmehr ohne Papahonk. Die Kids und ich genossen die Zeit sehr, vor allem weil das wiederentdecktes Geocaching uns an richtig schöne, schneeverzauberte Orte führte.  

Geocaching 2.0: Einsatz von bodennahen Suchdrohnen Quelle: M. Ellrich
Manchmal sieht man den Cache vor lauter Bäumen nicht Quelle: M. Ellrich

Silvester folgte dann unserem festen Familienprotokoll: Linsensuppe, Wachsgießen, Wunderkerzen, Film. Glücklicherweise fand Fünkchen Ice Age 4 so gruselig, dass ich dieses Jahr hervorragende Argumente hatte, früh mit ihr ins Bett zu gehen. Allerdings hatte ich die Rechnung ohne Knopf gemacht.

Silvester in Jena 2025 Quelle: M. Ellrich

Sie wollte unbedingt das mitternächtliche Feuerwerk sehen und wälzte sich eine Stunde lang auf Mitternacht zu. Da mich ihr Countdown zuverlässig vom Einschlafen abhielt, begrüßten wir schließlich gemeinsam das neue Jahr – verbunden mit der Hoffnung, wieder mehr Kraft für den Alltag zu finden. 

Beruf & Finanzen: Vom Schrottwichteln zum Arbeitsstunden-Tetris 

Die Vorzeichen für ein stabilisierendes Jahr 2026 stehen aus mehreren Gründen günstig: Im Dezember haben wir endlich einen außergerichtlichen Vergleich in den Nachlassfragen erzielt – und ihn auch vollständig ausgezahlt. Insgesamt hat mich die Annahme des Erbes einen fünfstelligen Betrag gekostet, der in den kommenden Jahren erst einmal wieder hereingearbeitet werden will.

Aber immerhin: Die Ungewissheit ist vorbei. Ich kann mein Vermögen nun entweder hemmungslos verprassen oder klug vermehren. Hauptsache, es liegt nicht länger zu lächerlich niedrigen Zinsen herum. 

Abgesehen davon stolperte ich im Dezember 2025 von einer Weihnachtsfeier zur nächsten. Meine verschiedenen Jobs boten mir eine erstaunliche Vielfalt an Möglichkeiten, mich durchzufuttern, Bowlingkugeln in die Rinne zu schieben und Schrott zu wichteln.

Zwei Dinge sind dabei besonders bemerkenswert: 

Die Weihnachtsfeier im Rettungswesen hat immer einen leicht morbiden Beigeschmack. Und das sage ich nicht, weil ich bei beiden Bowlingrunden grandios abgelost habe und kaum Pins traf. Es liegt vielmehr daran, dass stets irgendwann unweigerlich der Moment kommt, in dem die Notfallsanitäter*innen anfangen, sich über ihre Einsätze auszutauschen – inklusive bildhafter Ausschmückungen. Abgetrennte Beine und Mousse au Chocolat verträgt mein Magen nur bedingt. Das weiß ich jetzt.

Die Weihnachtsfeier meines Projekts markierte gleichzeitig dessen Abschluss. Das tat tatsächlich ein bisschen weh. Gleichzeitig freute ich mich darauf, endlich mal nur 30 Stunden pro Woche zu arbeiten. Doch die Freude hielt nicht lange. Von beiden Seiten erhielt ich prompt Angebote, die freigewordenen 10 Stunden wieder aufzustocken. 

Stundenaufstockung – Pro und Contra 

Pro Praxisamt Rettungswesen: 

  • Ich habe diese Stelle quasi aufgebaut und müsste mich nicht einarbeiten.
  • Sie ist gut kombinierbar mit der Koordinationsstelle. Hätte ich die Stellen konzipieren dürfen, hätte ich sie von Anfang an zusammen gedacht.
  • Sie ist unbefristet und bietet damit viel Sicherheit.

Contra Praxisamt Rettungswesen

  • Es ist nicht besonders aufregend, Arbeiten händisch zu erledigen, die absehbar KI übernehmen wird. In Deutschland. In anderen Ländern tut sie es bereits. Schmeckt nach Rückschritt.
  • Die  Bezahlung ist niedriger.
  • Ich wäre nur an einem Fachbereich
  • Da ich der Zeiterfassung unterläge, wäre ich gezwungen täglich knapp 9h anwesend zu sein – unabhängig vom Arbeitsaufwand. Flexibilität sechs, setzen.

Pro Projekt: 

  • Ich hätte neue Netzwerke und Tätigkeiten, an denen ich wachsen darf.
  • Es böte mir mehr zeitliche Flexibilität, da ich keiner Zeiterfassung unterläge.
  • Ich gehörte zwei unterschiedlichen Bereichen an. Das sehe ich als Plus, da es durchaus einen Mehrwert darstellt, wenn man mal anderen „Stallgeruch“ atmet.
  • Eine höhere Eingruppierung bedeutete ein deutlich höheres Gehalt.

Contra Projekt

  • Es wäre befristet  für 1 Jahr
  • Erwartbar mehr Arbeitsaufwand
  • Beginn schon im Januar 2026, aus Belastungsgründen find ich den Gedanken ganz angenehm, ein paar Monate nur 75% zu arbeiten

Grundsätzlich bin ich ein Mensch, den das Neue reizt und den alten Strukturen eher langweilen. Doch diesmal bin ich unsicher – vor allem mit Blick auf meine gesundheitliche und mentale Verfassung. Welcher Baustein passt am besten in mein Leben?

Gesundheit & Sport: Mein Dezember 2025 in 3 Worten? Vier Kilogramm zugenommen 

Mein kurzer Krankheitsanfall Ende November zeigte mir vor allem eines: Ich war an einer Grenze angekommen. Und wenn ich nicht bald regulierte, würde ich nicht nur selbst über diese Grenze stolpern, sondern gleich die ganze Familie  wie ein schlecht gesicherte Holztonne in den Niagarafällen mitreißen. 

Also beschloss ich, präventiv die Notbremse zu ziehen und stellte einen Kurantrag. Meine psychische und physische Verfassung macht mir sehr deutlich, mich zu erholen, war genauso notwendig, wie die Mitglieder der AFD eine Tonne Abführmittel in ihr Schnitzel verdienten. Ich befand mich im puren Überlebensmodus. 

Kurzerhand gönnte ich mir einen Tag Sauna mit Massage. Der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein zwar, doch – Oh Freude schöner Götterfunken – kaum war die Massage beendet, flatterte die Bewilligung der Kur in mein Mailpostfach. Seitdem tiefenentspanne ich in stressigen Situationen allein bei dem Gedanken an die Kur im Sommer. Drei Wochen mit meinen Kids. Im Juni. An der Ostsee. 

Vorher bescherten die Weihnachtsfeierlichkeiten meiner Waage erst noch ein paar Sonderschichten. Insgesamt vier Kilogramm Anlass, meine guten Vorsätze für das neue Jahr nicht erst am 1. Januar, sondern direkt nach dem letzten Plätzchen am 2. Weihnachtsfeiertag umzusetzen. Also strich ich erneut Zucker von der Lebensmittelliste und nahm die mir selbst geschenkte Smartwatch endlich ernst, wenn sie mir um 15 Uhr mitteilte, dass „noch ausreichend Zeit“ sei, um die 10.000 Schritte zu erreichen. 

Naschteller ala Mamahonk Quelle: M. Ellrich

Vor lauter schlechtem Gewissen mir selbst gegenüber meldete ich mich noch vor dem Jahreswechsel für den Rennsteiglauf an – Halbmarathon. Schließlich ist das nur ein Etappenziel auf dem Weg zum Marathon. Und gleichzeitig die Feuerprobe für meinen gehandicappten rechten Fuß, der sich vermutlich schon jetzt fragt, was er mir eigentlich getan hat, um so behandelt zu werden. Ich hoffe, er hält durch?!

Eure Mamahonk!

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