Die Eingewöhnung – zweite Woche – the proceeding

2017_07_17 am Rockzipfel von Mama (1)

Der Rockzipfel ist losgelassen

Eingewöhnung fetzt. Ganz ehrlich. Seit Knöpfchens Geburt hatte ich recht selten Zeit für mich. Entweder kümmerte ich mich um sie, um den Haushalt, um den Papa oder um die Arbeit. Ein Hochgenuss war da das hart erkämpfte wöchentliche Joggen. Die abendliche platt gedrückte Stunde auf der Couch, die ich nutze meine Gehirnzellen zu entspannen, zähle ich nicht als Ich-Zeit.

Ganz anders als erwartet, gewann mein Urlaub, den ich für die Eingewöhnung genommen habe, tatsächlich den Anschein von Urlaub. Ich war shoppen, habe mir eine neue Brille besorgt, war in der Sauna, habe am Montag einen Massagetermin. Die Wohnung sauber zu machen, ohne extra leise zu sein oder zwischendurch zu stillen, spielen, füttern, war ein völlig neues Gefühl. Sogar auf einer Demo war ich. Das allerdings in Begleitung von Knöpfchen.

Dienstag, Mittwoch, Donnerstag. Jeden Tag war ich von Knöpfchen getrennt. Erst eine Stunde, die letzten zwei Tage zwei Stunden. Inzwischen isst sie schon Mittag in der Kita mit. Morgen wollen wir Frühstück testen und sie wird drei Stunden in der Kita sein. Ich möchte mich nicht zu sehr freuen. Wahrscheinlich kommt der große Schmerz noch, wenn Knöpfchen merkt, dass sie ab jetzt immer dort ist. Doch ich möchte mich auch freuen, dass es ihr ganz gut zu gefallen scheint. Sie spielt, rennt morgens mit der Brotbüchse in der Hand auf die Erzieherin zu.

Natürlich hat sie ihre Wutanfälle und sie ist auch sehr anhänglich geworden. Das sind alles Dinge, die ich erwartet habe. Doch ihre Emotionen können von der Erzieherin aufgefangen werden. Sie findet Trost bei ihr. Wenn Manu kurz das Zimmer verlässt, rennt sie hinterher. Ich freue mich darüber und hoffe, dass es so weiter geht. Wenngleich natürlich der Gedanke daran, dass Knöpfchen bald mehr Zeit mit ihr als mit uns verbringt, bitter schmeckt.

Angesichts der Entwicklung, die die Kleine macht, ist das vergessen. Sie wird mutig, selbstbewusst, offen. Während sie früher ängstlich weinte, sobald ein Kind neben ihr schrie, guckt sie jetzt neugierig hin. Sie interagiert mit anderen Kleinkindern und bietet beim Spielen Spielzeug an. Vorher undenkbar. 9 Tage Kita und ich sehe nahezu stündlich, wie mein Kind reifer wird.

Ja es ist eine hochemotionale Zeit. Eine Zeit des Loslassens und des Entdeckens.