Mamahonks kleine Monatsrückschau Mai 2026
Was war los bei uns im Mai 2026?
Der Mai stand ganz eindeutig unter drei großen Themen: Sport, Schule und soziale Kontakte – also alles, was Energie kostet und trotzdem irgendwie gut tut.
Ein letztes Training für den Rennsteiglauf am 1. Mai eskalierte von geplanten 18 auf 30 Kilometer. Zu meinem schmerzenden Fuß gesellte sich damit ein veritabler Muskelkater. Der Rennsteiglauf selbst tat ab Kilometer 14 weh. Da änderte auch der Schneehaufen auf dem Großen Beerberg nichts. Ich genoss trotzdem jeden Schritt. Wieso? Lest ihr hier.



Beim Tag des Sports ging ich eher gering motiviert hin, hauptsächlich, weil Knopf unbedingt das eigene Voltigierteam sehen wollte (das gar nicht da war). Am Ende war es eine großartige Veranstaltung: Die Stempelkarten, die den Kindern in die Hand gedrückt wurden, lösten das Sammlergen in ihnen aus. Plötzlich wurden Judo, Basketball, Voltigieren, Bogenschießen, American Football und Rennradfahren ausprobiert.



Der Firmenlauf rundete den sportlichen Mai ab – eine inzwischen liebgewonnene Tradition. Nicht nur liebe ich den Zieleinlauf durch die ad hoc Arena, das Kennenlernen von Kolleg:innen über Fachbereiche hinweg, sondern auch die Tatsache, dass dies einer der wenigen sozialen Momente im Leben einer Mamahonk ist, in denen ich alte Freund:innen oder aktuelle Schwestern treffe, ohne vorher einen Doodle-Termin zu brauchen.



Auch das Thema Schule spielte eine große Rolle: Es fand der erste Elternabend an Knopfs neuer Schule statt. Ich war zwiegespalten: Einerseits sehr bewegt, weil diese Abende hervorragend geeignet sind, um festzustellen, dass aus kleinen Hosenscheißern tatsächlich beeindruckende Persönlichkeiten heranwachsen.
Andererseits überfordern mich soziale Events mit mehr als drei mir unbekannten Personen massiv. Rettung kam in Form eines Vaters neben mir, dessen trockener Humor das Ereignis kommentierte, als könne er meine Gedanken lesen. Wir hatten beide unsere Brillen vergessen, sodass die Geschehnisse auf der „Bühne“ mehr erraten als gesehen werden konnten. Blindheit verbindet.



Das Sommerfest an der Grundschule mit Spendenlauf nutzte ich vor allem zum Schnattern mit anderen Eltern. – Es war befreiend, keinen inneren Zwang zu verspüren, alles anschauen, mitmachen und würdigen zu müssen. Anwesenheit reichte.
Die Feiertage nutzte ich außerdem bewusst für Playdates für Fünkchen. Dabei wurde mir schmerzhaft klar, dass ich das bei Knopf ständig, und nun bei Fünkchen kaum gemacht habe – mit dem Ergebnis, dass ihre motorischen Fähigkeiten still vor sich hin verkümmerten. Das schlechte Gewissen erhöhte meine Bereitschaft erheblich, stundenlang in gleißender Sonne auf Spielplätzen oder beim Tag im Paradies abzuhängen. Besser spät als nie.
- Der Mai 2026 war nicht nur ein Monat voller sportlicher Aktivitäten, sondern ich trug erfolgreich zur Finanzierung des Musterzentrums in Jena bei. Hier sollte eigentlich ein Blitzfoto von mir sein. War bis jetzt zu faul.
Worauf bin ich stolz im Mai 2026?
Die weitreichenden Konsequenzen des technischen Desasters – ausgelöst durch ein vom Hund zerstörtes Smartphone – und die damit einhergehenden Leiden der jungen Mamahonk habe ich bereits im letzten Monatsrückblick dokumentiert. Mein Geburtstag lag zwar nicht im Mai, doch ich schenkte mir trotzdem ein neues Smartphone. Einfach so. Aus Gründen.
Wie es sich für eine vollzeitbelastete Mutter gehört, lag dieses überteuerte Stück Hochtechnologie anschließend rund drei Wochen unangetastet im Schrank. Dort ruhte es zwischen guten Vorsätzen und Dingen, die „ich später mache“.
Erst die Feiertage bewahrten es schließlich vor dem Schicksal des Vergessens. Ich nutzte die Zeit und richtete mein neues Smartphone selbst ein. Nicht aus Mangel an Hilfe, sondern aus Überzeugung. Jeder Schritt war ein bewusstes Training meines digitalen Muskels:
Ich synchronisierte mein vollständiges digitales Leben, klickte mich souverän durch Menüs, migrierte Bilder und spürte dieses leise, tiefe Glück der Selbstwirksamkeit. Ich justierte Datenschutzoptionen nicht blind, sondern mit dem Gefühl, zumindest theoretisch die Kontrolle zu behalten. Ich sortierte Apps strategisch, richtete Backups ein und koppelte Geräte. Am Ende hielt ich mein fertig eingerichtetes Smartphone in der Hand und wusste: Dieser digitale Muskel war nicht erklärt worden – ich hatte ihn benutzt.
Das macht mich schon etwas stolz auf mich selbst.
Was hat mich bewegt im Mai 2026?
Ein zentrales Thema dieses Monats war meine fortgesetzte Unfähigkeit zur stabilen, ausgewogenen Ernährung. Die ist mein persönlicher Endgegner.
War 2025 eine offene Kriegserklärung an mein Immunsystem, sollte 2026 konsequenterweise die Gegenoffensive gegen jedes einzelne meiner zehn Kilo Übergewicht werden. Sollte.
Nach meinem jetzigen Dafürhalten handelte es sich dabei um eine Unternehmung, die von Vornherein zum Scheitern verurteilt war. Diät kann Mamahonk einfach nicht. Ja, ich scheine Don Quijote der Diäten zu sein.

Positiv betrachtet: Ich rettete meine guten Vorsätze immerhin bis in den Mai 2026. Negativ betrachtet: Nach dem Rennsteiglauf zerlegte ich sie eigenhändig. Ohne zu zögern. Die Ereignisse eigneten sich hervorragend, das Konzept ‚Binge-Eating‚ zu veranschaulichen.
Es kam zu einem vollständigen Dammbruch im limbischen System: „Geil!“, dachte sich meine Amygdala bei Kilometer 21, „Ich bin einen Halbmarathon gerannt. Jetzt darf ich Kinderriegel im Wert eines Kleinwagens verdrücken.” Damit wurde das Training für den Halbmarathon zur reinen Diätfalle.
Was waren meine Schmerzpunkte im Mai 2026?
Der Schmerzpunkt im Mai 2026 kam in Form eines ausgebrochenen Zahns. Kaffee, für andere ein notwendiges Übel, ist für mich inzwischen ein strukturelles Problem. Entstanden vor knapp drei Jahren aus einer ungünstigen Gemengelage: Vollzeitstart, Sepsis meines Vaters, Abstillen des zweiten Kindes. Ergebnis: Kaffeesucht mit dentalen Nebenwirkungen.
Plötzlich ergibt auch die irritierte Nachfrage meines Zahnarztes Sinn, ob ich rauche. Tue ich nicht. Ich trinke Kaffee. Viel Kaffee. Als mein unterer Schneidezahn beschloss, beim Apfel zu bleiben, statt in meinem Mund, musste ich erkennen: gepflegt ja, aber verfärbt.

Der eigentliche Schmerzpunkt war allerdings nicht der Zahn, sondern die Zahnarzthelferin, die während der Behandlung an der 4.1 misogyne Witze machte. Schmerz hat viele Formen.
Meine Konsequenz: Ich bin auf der Suche nach einer koffeinarmen Frischmacheralternative. Erste Ersatzmaßnahme: weißer Tee in Bio‑Luxusqualität. Und einer neuen Zahnäztin.
Welche Erkenntnisse habe ich gewonnen im Mai 2026?
Jetzt dresche ich bereits drei Artikel auf das Vollzeitarbeiten mit Kindern ein. Und Spoiler: Auch in den kommenden Texten der Serie wird die 40‑Stunden‑Woche nicht als familienfreundliches Erfolgsmodell gefeiert. Ausführlich lege ich dar, wie sie Übergewicht, emotionale Vernachlässigung, das schleichende Scheitern von Beziehungen sowie die psychische und physische Bankrotterklärung begünstigt – und das ist noch die Kurzfassung.
Umso erstaunlicher ist die Frage, die mich selbst seit Monaten umtreibt: Warum habe ich trotz all dieser Erkenntnisse einen massiven Teilzeitblues und strebe seit nunmehr sechs Monaten die Rückkehr in die Vollzeittätigkeit an?
Die Antwort ist ernüchternd und befreiend zugleich: Teilzeit hat mich nicht zu einem besseren Menschen gemacht. Ich bin nicht plötzlich klüger, schöner, schlanker, liebevoller, engagierter oder entspannter, nur weil ich 30 Stunden arbeite. Stattdessen habe ich so viele Plusstunden angesammelt, dass ich selbst bei Vollzeit mit Freizeitausgleich bis Jahresende faktisch Teilzeit arbeiten könnte.

Inzwischen weckt das Wort Teilzeit bei mir bereits Gewaltphantasien. Es klang in meinem Kopf nach Palmen, nach friedlichem Cocktail-Schlürfen, während ich nebenbei meinen Blog zu einem Multimillionenunternehmen ausbaue und gleichzeitig meine beiden Töchter zu verantwortungsvollen Mitgliedern dieser Gesellschaft erziehe. (Als ich meine KI-Agentin bat, diesen Abschnitt zu überarbeiten, erhielt ich ein schlichtes “HöHö, wie naiv kann man sein”. Ausgerechnet von einer KI, die selbst wenn sie beleidigt wird, noch bekannt dafür ist, in den nächsen Hintern zu kriechen. „Gut“, dachte ich, „schreibe ich meine Texte eben wieder selbst.“)
Die Realität: Ich habe meist fast genauso lange gearbeitet – für deutlich weniger Geld. Die Rückenschmerzen vom Sitzen verschwanden nicht, dafür meldete sich eine neue alte Angst: der Verlust finanzieller Souveränität. Und je weniger Stunden offiziell zur Verfügung standen, desto höher wurde der innere Druck. 30 Stunden verzeihen kein Schwätzchen mit der Kollegin.
Die Erkenntnis des Monats lautet daher: Trotz Sport bin ich nicht schlank und trotz Teilzeit bin ich nicht entspannt. Wie gut, dass ich im Juni 2026 mit Knopf und Fünkchen zur Kur fahre. Wer weiß, vielleicht kann ich Merz‘ Forderung dann im Juli erfüllen?
Was hat mir große Freude bereitet im Mai 2026?
Der Monat Mai erfüllt mich bis in die Haarspitzen mit Dankbarkeit. Es gab Raum für Sport, für Familie und für Freunde. Besonders glücklich machte mich die Tatsache, dass ich beim Rennsteiglauf sämtliche Careaufgaben an meinem Bruder outsourcen durfte.

Zusätzlich wurde Knopf Opfer des Laufhypes. Sie plant nun ihre Rennsteiglauf‑Karriere und nutzt mich als Trainingspartnerin. Erst begeisterte mich ihr Elan. Mittlerweile überfordert er mich. Warum? Sie läuft dieselbe Strecke wie ich – nur eben zweimal. Während ich noch versuche, meinen Atem zu sortieren, erklärt sie mir im Vorbeisprinten: „Eigentlich wäre ich schlank, aber meine Muskeln brauchen auch Platz.“ Ich prüfe, ob Dissen wehrloser Mamas als anerkannte Sportverletzung gilt.
Was habe ich Neues gelernt im Mai 2026?
Seit ich vor einigen Jahren mein Börsen-Coming-out hatte, wurde das Wort „Sparen“ zur Kampfvokabel für mich. Da überraschte es nicht, dass der finale Beschluss des Altersvorsorgedepots im Bundesrat Anfang des Monats meinen Puls zuverlässig in den anaeroben Bereich nahe der maximalen Herzfrequenz katapultierte.
Nach intensiver Beschäftigung lernte ich: Der Staat möchte, dass ich investiere, und besticht mich dafür mit Geld. Lege ich 360 € an, bekomme ich 180 € extra. Zahle ich bis 1.800 € ein, legt der Staat insgesamt 540 € drauf. Mit Kindern sogar noch mehr. Ergebnis: 2.340 € im Depot, noch bevor ich irgendetwas falsch gemacht habe.

Zusätzlich darf ich mich steuerlich freuen, meine Gewinne bleiben erstmal unangetastet, Umschichtungen sind erlaubt und die Steuern kommen – wie alle unangenehmen Dinge – erst später. Dafür gibt es keine Garantien mehr, nur Renditechancen und Kosten von rund 1 %, was offiziell als „begrenzt“ gilt, ich persönlich recht hoch finde.
Vermutlich wird Deutschland damit schlagartig extrem sexy für ausländische Banken, die uns mit verzinsten Angeboten umwerben werden. Als bekennende Tagesgeldkontenhopperin sehe ich goldenen Zeiten entgegen.
Außerdem empfehle ich allen, ebenfalls zu investieren– aus rein egoistischen Gründen. Je mehr wir sind, desto attraktiver wird der Markt. Bei 84,7 Millionen Einwohner:innen und nur rund 14 Millionen Börsenteilnehmer:innen liegt in Deutschland schließlich noch erschreckend viel ungenutztes Rendite‑Potenzial brach.
Welche Personen haben mich inspiriert im Mai 2026?
Ich habe den ganzen Monat Mai die Augen offen gehalten. Nach einer Frau, die mich inspiriert, bin nicht fündig geworden und letztendlich habe ich mich dazu entschieden, hier geschlechtsneutral nach inspirierenden Personen zu fragen. Ursache dieses Video:

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Welche Bücher habe ich im Mai 2026 gelesen?
Literarisch habe ich das Genre der Alpenkrimis im Juni nicht verlassen. Maurers Hauptfigur, Hubertus Jennerwein, wird wohl vorerst der Einzige sein, mit dem ich – abgesehen von meinen beiden Töchtern – das Bett teile. Jörg Maurer habe ich lange Zeit sträflich ignoriert, weshalb nun einiges nachzuholen ist. Ich schätze seine pointierte Sprache, die skurrilen Figuren und die treffsicheren satirischen Seitenhiebe auf gesellschaftliche Daseinsformen. Wobei ich seine älteren Werke, den aktuellen bevorzuge.
- Jörg Maurer: Föhnlage
- Jörg Maurer: Felsenfest
- Jörg Maurer: Oberwasser
- Jörg Maurer: Am Tatort bleibt man ungern liegen
Was steht im Juni 2026 an?
Der Juni verspricht recht monoton zu werden – was ihn zugleich ausgesprochen erholsam macht. Es beginnt die Mamahonksche Geburtstagssaison, dicht gefolgt vom Abschlussfest von Knopfs Klasse, das offiziell das Ende der Grundschulzeit markiert. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich aufatmen oder mich vorsorglich ducken sollte. Anschließend verabschiede ich mich mit beiden Kindern in die Kur. Sicher kehre ich danach plötzlich klug, schön, schlank, liebevoll, gesellschaftlich engagiert oder zumindest tiefenentspannt zurück.
Eure Mamahonk





Dann wünsche ich dir schon mal eine schöne Kur. Ich glaube du hast sie auch bitter nötig. Ich hoffe, dass du dann auch wirklich mal den Kopf ein wenig frei bekommst.
Liebe Grüße
Vielen Dank 😊