Von Null auf Kindergarten – Eingewöhnung extended version
Tag 8 Bitte lass es das retardierende Moment sein.
Die Entscheidung wurde mir noch in der Nacht abgenommen. Fünkchen brach sich, mich und mein ganzes Bett voll. Doch ich wäre nicht Mamahonk, wenn das schon alles wäre. Der Brechstrahl traf auch das Stillkissen. Schnell zog ich den Bezug ab, um ihn zusammen mit Bettwäsche und Schlafsack von Fünkchen in die Waschmaschine zu werfen. Dabei stellte ich fest, dass die Füllung des Stillkissens sich aus demselbigen löste.
Was war der absolute Endgegner von Eltern bei der Reinigung der Wohnung? Richtig, Sand! Sand vom Spielplatz in den Socken, Hosen, Haaren und Ohrmuscheln der Kinder. Dank seiner herausragenden Beschaffenheitsmerkmale passte er in jede Ritze. Was übertraf diese herausragenden Beschafffenheitsmerkmale? Genau! Die Füllung eines Stillkissen. Diese verfügte noch über eine zusätzliche Zauberkraft: Sie klebte an allem. Wirklich allem. Elektrische Aufladung sei Dank.
ORRRR.
Es war nicht das retatierende Moment: Es folgte das Wochenende
Die Eingewöhnung forderte ihren Tribut: Insgesamt bescherte sie uns viermal Magen-Darm-Virus (inklusive übelkeitssteigernde Lebensmittelvergiftung für Knopf), einen auf maximal vier Stunden verkürzten Nachtschlaf sowie eine beidseitige Brustverlängerung um eine Babygröße. Ein besonders intimer Moment mit meinen Kindern war, als ich auf der einen Seite Fünkchen stillte und auf der anderen Seite meinem Knopf den Kopf hielt, während sie sich erbrach.
Mamahonk gönnte sich sonst nichts.
Tag 9 The show must go on
Heute gab ich Fünkchen direkt an der Tür ab. Ich wurde aus den heiligen Hallen von Kali und Argus verbannt. Mein Kind zeigte wenig Begeisterung. Ihr Gemecker löste erneute Kommunikationsschwierigkeiten zwischen meinem Es und meinem Über-Ich aus. Während die beiden darüber diskutierten, ob es tendenziell übertrieben sei, mit einer Kalaschnikow die Tür freizuschießen, mein Fünkchen zu schnappen und der untergehenden Sonne entgegenzuradeln, fiel mir ein, dass ich ja noch ein großes Kind hatte. Ein großes Kind mit Magen-Darm-Virus. Also machte ich, was ein Mamahonk so machte: Ich nahm die Beine in die Hand, kochte zwei Hekotliter Fenchel-Anis-Kümmel-Tee und beruhigte mich, dass der Trennungsschmerz von einer guten Bindungs zwischen mir und Fünkchen zeugte.
Beim Abholen erhielt ich ein zufriedenes Baby zurück.
Tag 10
Heute gab es Mittagessen. Das wusste Fünkchen bei der Abgabe noch nicht. Entsprechend protestierte sie. Das Prinzip BeineindieHand bewährte sich auch heute.
Lachend kam sie auf mich zu als ich sie abholte.
Tag 11
Same procedure: Bei der morgendliche Übergabe schimpfte Fünkchen. Mittags holte ich sie -Premiere- mit ihrer großen Schwester unter lautem Gelächter ab.
Tag 12
Das Gleiche. Unspektakulär.
Tag 13 Crossroads Blues
Ich habe den Eingewöhnungsblues. Fünkchen schlief das erste Mal in der Kita. Ich war aufgeregt wie vor einer Prüfung. Noch bevor ich bei der Übergabe die Spieluhr, das Nachtlicht, das Kirschkernkissen, den Ersatznuckel, ein zwei Wochen lang von mir getragenes Shirt, eine spezielle Babymatratze sowie die Checkliste mit einer ausführlichen Beschreibung der Schlafroutine und Hinweisen zur Akupressur des „7. Meridians des Herzens“ den Erzieherinnen aushändigen konnte, verschwand meine kleine Tochter in den heiligen Hallen.
Mit Müh und Not verbarg ich die Tränen vor meiner großen Tochter. „Weinst du vor Freude?“, war ihr Kommentar. Ich holte Luft und aus, um ihr einen Vortrag über die Muttergefühle eines Mamahonks zu halten. „Mama, Schlittschuhlaiúfen“, stoppte sie meine epischen Emotionen.
Also wieder Beine in die Hand. Vielleicht lenkte es ja ab? Klappte suboptimal. Etwas effizienter war das Mittagessen. Bilanz des heutigen Tags: Zwei leere Eispackungen, ein leeres Nutellaglas und 3 Stürze auf’s Eis. Mit scherzendem Bauch hechteten wir zurück zur Kita.
Dort erhielt ich ein ausgeglichenes Baby zurück. Mir fiel ein Stein vom Herzen.
Tag 14 – 18 Hydra ich hör dir trapsen
Fünkchens Eingewöhnung zeigte einen starken Hand zur griechischen Mythologie: Kaum besiegten wir eine Krankheit, wuchsen zwei neue nach. Seit Montag pausierten wir wieder. Diesmal wegen Entzündung der Augen, Ohren und Nasennebenhöhlen. Der Husten ist glücklicherweise nur Husten und keine Lungenentzündung. „Noch keine Lungenentzündung“, wie die Ärztin betonte.
Ich schlief drei Nächte nahezu gar nicht, weil Fünkchen maximal 20 Minuten am Stück schlief, bevor sie wieder aufwachte, weil sie hustete, nieste oder den Nuckel verlor. Diese Zeit reichte nicht, damit ich in den Tiefschlaf fand. Ich richtete eine Standleitung in die Kita ein und fuhr die Milchproduktion hoch. Sie aß und trank nichts. Außer Muttermilch. Am Ende der Woche erkrankten auch Knopf und ich.
Das brachte mich zu den Schluss, dass es sich durchaus lohnen könnte, eine Umbenennung meines Blogs in MAMARETT in Erwägung zu ziehen. Ein Kofferwort aus ‚Lazarett‘ und ‚Mama‘. Wäre sehr passend. MAMARETT. Das hätte den Charme, dass der Bezug zur humorvollen Kleinkunst, dem Kabarett, gegeben wäre.
Tja, Stand 23.02.2023 habe ich ein null eingewöhntes, halb gesundes und vollgestilltes Fünkchen und insgesamt noch zwei Werktage, bevor ich wieder arbeiten gehe. Stänkerer, dafür sollst du in der Hölle auf ewig das Lied „Atemlos“ von Helene Fischer hören. Verdammt!

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es ist wirklich erstaunlich wieviel Schnodder aus einem einzigen Kind herauskommen kann.